Fukushima:

Kritik am Recycling
von kontaminiertem Erdreich


Nachdem das Umweltministerum am 30. Juni beschloss, die zuvor geplante Verwendung von Dekontaminationsabfällen im Straßenbau und anderen Projekten zu genehmigen, warnen Experten nun vor der Möglichkeit, illegale Entsorgungen könnten so verschleiert werden.

Die Regelung, der zufolge Erdreich mit Cäsiumbelastungen unter 8.000 Becquerel für öffentliche Projekte genutzt werden könnte, war trotz Überschneidungen mit anderen gesetzlichen Regelungen mit Dekontaminationskriterien beschlossen worden.

Diese Widersprüche könnten nach Ansicht von Experten künftig ein Sicherheitsproblem werden und die unkontrollierte Kontamination fördern.

Die Belastung von Material aus der Stilllegung von Reaktoren darf bei Wiederverwendung lediglich 100 Becquerel pro Kilogramm betragen. Dieser Wert geht auf die Internationale Strahlenschutzkommission zurück, die eine jährliche Belastung von bis zu 0,01 Millisievert als geringe Gefahr ansieht.

Das im Januar 2012 erlassene Gesetz, das dagegen Belastungen bis zu 8.000 Becquerel pro Kilogramm als akzeptabel ansieht, beruht auf dem Jahresgrenzwert für Zivilisten, der eine Belastung bis zu einem Millisievert zulässt.

Dieser doppelte Standard war vom Umweltministerium bislang dadurch gerechtfertigt worden, dass es beim ersten um “Wiederverwendung” und beim Zweiten um “Entsorgung” gehe. Doch die Entscheidung vom Juni widerspricht nun der bisherigen Darstellung.

Diese und weitere Uneinheitlichkeiten waren bei den Gesprächen hinter verschlossenen Türen nie näher zur Sprache gekommen, noch war das Thema bei öffentlichen Treffen diskutiert worden.

Experten fürchten nun, aufgrund der Differenzen könnten skrupellose Unternehmen durch dubiose Verträge das kontaminierte Material abnehmen und dafür Geld erhalten, um es dann illegal zu entsorgen.

Bereits in der Vergangenheit war kontaminiertes Material in Bauarbeiten eingesetzt, oder in Form von Schlacke aus der Eisenverarbeitung getarnt worden. Über die Bedenken berichtete die Mainichi Shimbun. @

externer Link spreadnews.de 5.7.16

 

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