„Atom-Müll ohne Risiko“ -ein AbSailer-Interview in der FR
Wie ein Ab-Sailer Strahlen Müll FRharmlost

von Hartmut Barth-Engelbart - 30.05.2006

„Atom-Müll ohne Risiko“ -titelt die FR ein AbSailer-Interview in ihrer Ausgabe vom 27. Mai 2006: Der „ausgewiesene Atomexperte“(FR) Michael Sailer, der unter Rot-Grün den Sprung vom Öko-Institut in die Reaktorsicherheitskommission des Bundes geschafft hatte, hat die „Harmlosigkeit“ eines NuclearCargoService-Zwischenlagers beschworen.

Das in Hanau geplante NCS-Zwischenlager für „mittelaktive Abfälle, verfestigte Flüssigabfälle, Putzlappen, Arbeitskleidung“ (Sailer in der FR) wird von der DB-Tochter NuclearCargoService betrieben. Die Bahntochter ist spezialisiert aus CastorTransporte, die DB selbst hat zahlreiche Atomkraftwerke mitfinanziert, ist gleichzeitig ihr größter Kunde (von wegen umweltfreundliche Bahn!!!) und Teil eine FinanzkapitalAllianz, die das zivilitärische Nuclearprogramm gemischt halbstaatlich und privat betreibt, auch wenn jeweilige Regierungen nicht nur scheinbar dagegensteuern.

Das Geschäft mit dem StrahlenMüll birgt riesige staatlich garantierte Profiterwartungen. Widerstand dagegen muss mit allem rechnen. Hier bündeln sich Staatsraison, Profitgier und extremste kriminelle Energie geradezu mustergültig. Die aus dem Transportgeschäft der NUKEM hervorgegangene NCR beerbt auch das „Entsorgungs-know-how“ dieses nuklearen Gemischtwarenladens: die Hanauer NuclearFirmen haben nämlich ihren Schutt zum größten Teil selbst entsorgt - auf eine offene Halde nach Ellweiler und dabei riesige Gewinne gemacht. Ellweile strahlt noch heute und zeigt, womit die Hanauer und die Umgebung im Ballungsgebiet Rhein-Main mit Mehdorns NCS zu rechnen haben.

Neben zwei noch existierenden solchen „Zwischenlagern“ für kontaminierten Bauschutt und Schrott wäre das nun das dritte Lager in Hanau. Schöne Aussichten unter dem am stärksten belasteten Teil der FRAPORT-Anflugwarteschleife „Charly“. Die Goldschmiedestadt blickt grimmig drein: Muss das denn sein?

Zugegeben hat Michael, der Ab-Sailer aus der Anti-AKW-Bewegung zwar: „katastrophenartige Ereignisse .. wie Großbrand, Flugzeugabsturz..“ ....könnten „eine größere Menge Radioaktivität freisetzen“ ....“Von einer Gefährdung der Bevölkerung im weiteren Abstand ist nicht auszugehen.“

Das beruhigt den Stadtteil Hanau-Wolfgang ganz enorm. Deshalb hat jetzt auch der Hanau-Gründauer Schriftsteller und Liedermacher Hartmut Barth-Engelbart speziell für die Wolfgänger und die Niederrodenbacher Kinder in Kitas und Schulen, für die Alten in der MKK-Seniorenanlage nahe der Zwischenlager ein Beruhigungsliedchen geschrieben. Bettina Wegner wird ihm sicher nicht böse sein, dass er ihre Melodie von den „Sind so kleine Hände“ dafür verwendet hat:

Anhand eines extrem strahlenden Gürtels aus der Arbeitskleidung eines italienisch-deutschen Leiharbeiters, der nach Einsatz als Reinigungskraft in den Hanauer Nuklearbetrieben an Strahlenkrebs erkrankte und starb, ließ sich noch nachweisen, welch tödlichen Strahlungsdosen - (dauer- und niedrig) er dort ausgesetzt war. Er musste Jahrelang um eine Entschädigung und seine Rente klagen. Christoph-Maria Fröhder berichtete in einer Sendung des hr-Fernsehens Ende der 80er, dass der Gürtel so stark strahlte, dass der Geigerzähler zu spinnen schien. Ein solcher Gürtel käme jetzt in das Mehdorn’sche NCS-Zwischenlager. Und seit es den hessischen Rotfunk nicht mehr gibt, weil Koch und Co viele die Fliege machen ließ, heißt das neue hr-logo: Schwarz hören und sehn - kommt teuer zu stehn ... und solch einen Beitrag gibts nicht mehr zu sehn. @

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