Heftarchiv:

Nr.   Datum Titelthema
 

2017

267 Juli 2017 Energie ohne Kohle und Uran
"Schöne saubere Kohle" hat der Präsident der vereinigten Staaten von Amerika entdeckt, und zwar so viel davon auf dem Gebiet der USA, dass sie für 250 Jahre ausreicht; zudem weiß er von Öl und Gas unter seinen Füßen für ein ganzes Jahrhundert, also "nahezu unbegrenzt", wie er sagt. Was er als eine "echte Energie-Revolution" ansieht, das will er auf den Weg bringen. Anfang des Monats präsentierte Donald Trump seine Pläne zur forcierten Nutzung dieser Schätze aus dem Boden. Leave it in the ground! Was Atomkraftgegner*innen seit Langem in Bezug auf den Abbau von Uran fordern, hat sich zum Slogan einer wachsenden Bewegung entwickelt, die für ein Ende des atomar-fossilen Zeitalters eintritt. Dass Kohle alles andere als schön und sauber ist, ist nur eins der Argumente dafür... [mehr]
 

266 Juni 2017 ausgegipfelt!
In zehn Jahren lässt sich doch gemeinsam eine ganze Menge dazulernen! Blicken wir mal kurz zurück: im April 2007 stand das große Treffen von Staats- und Regierungschefs in Heiligendamm vor der Tür, und die aaa-Redaktion sah sich mit anderen Engagierten in Erklärungsnot. "Was haben die g8 mit Atomkraft zu tun" war als Überschrift notwendig für das aaa-Themenheft zum großen Gipfeltreffen an der Ostsee. Die Antworten auf diese Frage waren keineswegs selbstverständlich. Eine ganze Reihe von Mitstreiter*innen monierte damals: Busse organisieren. Camps aufbauen. Aktionen vorbereiten - das mag ja bestimmt alles aufregend sein! Aber warum macht ihr denn plötzlich was anderes als antiAtom-Arbeit, wofür ihr doch eigentlich da seid? Dabei war das gar nicht etwas völlig anderes als anti-Atom-Arbeit! Die Themen [Klima], [Energie], [Wachstum] und [Staaten-Konkurrenz] sind eng ineinander verzahnt ... [mehr]
 

265 April 2017 Normalzustand: Katastrophe
Weit über den Kreis eingefleischter AKW-Gegner*innen hinaus ist "Fukushima" längst ein Begriff. "Three eleven" - der 11. März, der Tag, als mit der Havarie der Reaktoren die große Katastrophe begann, ist zum fixen Datum im kollektiven Gedächtnis geworden; der Name der Atomanlage im Osten der japanischen Hauptinsel ist inzwischen Synonym für das große Maß an Verwundbarkeit, dem die Menschheit erdumspannend ausgesetzt ist. Als Topos ist Fukushima vorhanden; als Gegenstand mit Dringlichkeit dagegen verschwindet es mehr und mehr aus der öffentlichen Wahrnehmung. Die Manager der Katastrophe in Japan setzen alles daran, einen neuen Normalzustand zu etablieren. Nein – zu behaupten, dass alles wieder so sein würde wie vorher, so vermessen sind sie dann doch nicht ... [mehr]
 

263-264 Feb. 2017 Im Heute tanzt das Morgen schon
eine Auseinandersetzung begleitet die anti-Atom-Bewegung durch all die Jahrzehnte: wie fundamental soll die Kritik sein, die die Grundlage eines gemeinsamen Engagements bildet? Geht es – in Tüttelchen – "nur" um Super-Gau, Müll, Krebs und Bombe? Oder stehen all diese Dinge als Symptom für insgesamt zu bekämpfende Verhältnisse? Auf dem Feld der WG-Küchen-Aufkleber war die Sache meistens einfach. Da hing – zumindest zu den Hochzeiten – der eckige Sticker mit der Einsicht "Das System hat keine Fehler. Das System ist der Fehler." in trauter Eintracht neben dem runden mit dem lachenden Sonnengesicht und der Ansage "Atomkraft? Nein danke!" ... [mehr]
 

2016

262 Nov. 2016 Atomwaffen - die Modernisierung von Strategien und Systemen
Es ist eine alte japanische Tradition, aus Papier Figuren zu falten. Und eine Überlieferung sagt: wer auf diese Weise tausend Kraniche faltet, hat einen Wunsch frei. Sadako Sasaki, das Kind auf unserem Titelbild, klammerte sich an diese Vorstellung: das Mädchen war zwei Jahre alt, als 1945 über ihrem Kopf in Hiroshima zum ersten Mal eine Atombombe als Waffe eingesetzt wurde. Als Folge davon wurde sie krank; mit elf Jahren wurde bei ihr Leukämie festgestellt ... [mehr]
 

260-261 Okt. 2016 Castor 2.017
Es ist so etwas wie die Spitze eines Eisbergs, der sichtbar wird, wenn ein Castor-Transport unterwegs ist: bewegt werden dann Brennelemente aus Atomkraftwerken – die Stoffe also, die Hitze produziert haben (und das immer noch tun), und die in eine unaufhaltsame Kettenreaktion mit katastrophalen Folgen geraten, wenn sie nicht durch ein ausgeklügeltes System davon abgehalten werden. Von einem Ort, an dem sie unmöglich bleiben können, weil die von ihnen ausgehenden Gefahren zu groß sind, werden sie an einen anderen Platz gebracht, wo von ihnen ebenfalls ein nicht zu ertragendes Risiko ausgeht... [mehr]
 

259 Juli 2016 für alle Zeit
Bekannt war das Dilemma von Anbeginn des AKW-Zeitalters: die Hinterlassenschaften aus dem Umgang mit atomaren Brennstoffen sind gefährlich. Potentiell sind sie hochexplosiv, sie sind giftig, sie sind heiß, sie strahlen. Es ist zwingend notwendig, sie von der Sphäre alles Lebendigen abzusondern — zuverlässig und dauerhaft. Sicher eben. Die dafür erforderliche Sicherheit gibt es nicht. Von der jahrzehntelang gepflegten Wunschvorstellung, die würde sich irgendwo irgendwie irgendwann schon finden, hat sich die Politik ­— zumindest nach offiziellen Bekundungen ­ — verabschiedet. Eine Lösung musste her, und mit dieser Aufgabe hat der Bundestag im Jahr 2014 eine Enquête-Kommission 'Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe' betraut... [mehr]
 

257-258 Juni 2016 Krieg macht Flucht
"Wir leben in kriegerischen Verhältnissen" haben wir vor einem halben Jahr an dieser Stelle geschrieben. An dieser Einschätzung hat sich - wen wunderts? - nicht wirklich etwas geändert. Aus aktuellem Anlass greifen wir diesen Faden erneut auf. Mit einem "Integrationsgesetz" verschärft die Bundesregierng zur Zeit die Situation von Menschen, denen es gelungen ist, in diesem kalten Deutschland anzukommen. Auf europäischer Ebene werden die Regelungen ausgehandelt, mit deren Hilfe verhindert werden soll, dass ihre Zahl merklich steigt. Krieg und Terror, Armut, Hunger und Hoffnungslosigkeit bestimmen den Alltag für viele Menschen weltweit. 60 Millionen Menschen sehen sich gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen, weil sie dort nicht mehr leben können. Sie sind auf der Flucht vor den Folgen des herrschenden Weltwirtschaftssystems, das unserem "Wohlstand" zugrundeliegt.... [mehr]
 

256 März 2016 Fukushima-Tschernobyl
59 Jahre ist es her, dass unvorgesehene Ereignisse in Mayak (UdSSR) und Windscale (UK) Atomanlagen zerstörten und große Mengen an radioaktiver Substanz in die Umwelt gelangten. Würden wir eine Straßenumfrage durchführen, wer von den Passantinnen etwas mit den Ortsbezeichnungen Mayak oder Windscale verbindet, würden wir mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit feststellen, dass diese dramatischen Vorfälle im Bewusstsein der Mehrheit der Bevölkerung keine Rolle spielen. Es wäre ein Trugschluss, aus diesem Ergebnis abzuleiten, dann könne es auch nicht so schlimm gewesen sein, was passiert ist. Bis heute wirken sich die Kontaminationen von damals aus auf die Gesundheit von Menschen in diesen Regionen... [mehr]
 

255 Jan. 2016 Die Normalisierung des Ausnahmezustand
in der jahrzehntelangen Auseinandersetzung um Energie aus Atomkraftwerken hat ein Aspekt von jeher eine wesentliche Rolle gespielt: die Warnung vor dem Abbau demokratischer Grundrechte ist mit der antiAtom-Bewegung so eng verbunden, dass der von Robert Jungk geprägte Begriff "Atomstaat" häufig als Synonym verstanden wird, wenn von einem autoritären Kontroll- und Überwachungssystem die Rede ist. Selten allerdings liegt der Zusammenhang so deutlich auf der Hand wie in diesen Tagen: im großen Konzert des weltweiten Protests gegen die ständige Verschärfung der Klimakatastrophe sollte auch die Stimme der antiAtom-Bewegung zu hören sein... [mehr]
 

2015

254 Nov. 2015 Klima-Wandel und -Gerechtigkeit
Das Klima ändert sich, und drastische Änderungen bei den Bedingungen für menschliches Leben auf der Erde zeichnen sich ab. Ein Welt-Klimagipfel namens COP21 kommt zu diesem Thema in Paris zusammen. Die Natur steckt ganz schön was weg: ein gutes Drittel der Emissionen, die der fossile Kapitalismus seit Beginn der Industrialisierung in die Luft geblasen hat, hat der Ozean geschluckt. Was der Treibhauseffekt eigentlich hätte mit sich bringen können, wurde in seinen Auswirkungen abgemildert. Erst einmal. Auch wenn nun die Experten das Eintreffen von Kipppunkten und sprunghaften Veränderungen unterschiedlich vorhersagen, ist eines doch eindeutig: die menschgemachten Einträge von Klimagasen in die Atmosphäre müssen drastisch verringert werden... [mehr]
 

252-253 Okt. 2015 Leben in kriegerischen Verhältnissen
Die Not von Menschen auf der Flucht bestimmt im Moment die mediale Öffentlichkeit. Viele haben spontan reagiert auf pogromartige Übergriffe. Sie wurden aktiv; sie kümmern sich, sie spenden und helfen. Fremdenfeindlicher Hetze setzen sie so eine Kultur der Mitmenschlichkeit und Weltoffenheit entgegen. Das ist gut. Nichts sollte uns davon abbringen... /
Mit unserem Themenschwerpunkt Atom – Krieg – Flucht versuchen wir Zusammenhänge nachzuzeichnen: wie bestimmt "unser" Atom-(Waffen-)Thema die Agenda internationaler Politik? Womit verdient "der Export-Weltmeister" seine Miliarden? Was treibt Menschen von ihrem Zuhause weg? Unter welchen erbärmlichen Bedingungen sollen sie hier im Land der Zuflucht die Konkurrenz der Billiglöhner antreiben? ... [mehr]
 

250-251 Mai 2015 G7-Gipfel Spitzen-Grundlage fürs allgemeine Wohlergehen
Vor acht Jahren in Heiligendamm hatten sie das Meer im Rücken, diesmal sind es die steilen Felsen des Wettersteins. Am 7. und 8. Juni 2015 treffen sich die Chefgesichter der führenden Industrieländer am Südrand von Bayern. Zum Gipfel im Luxusambiente vor Alpenkulisse lädt die Bundesregierung die Repräsentant_innen der heutzutage tonangabenden Staaten ins Schloss Elmau. Das ist - heute so wie im Jahr 2007 - eine Herausforderung für Menschen, die eine solche Veranstaltung zum Anlass nehmen, ihren Widerspruch zu den herrschenden Verhältnissen anzumelden. Was Gruppen aus der antiAtom-Bewegung anlässlich der Gipfel-Mobilisierung 2007 an Kritik formuliert haben, das hat in den Jahren seitdem an Aktualität nichts verloren... [mehr]
 

249 April 2015 Ukraine - energiepolitisches Hintergrundrausche
Für einige Wochen war die Ukraine permanentes Thema in den Medien: Berichterstattung von dort stand in den Nachrichtensendungen gleich zu Beginn, Extrasendungen wurden geschaltet, Talkrunden organisiert. Was haben wir erfahren? Den Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl haben wir zum Anlass genommen, etwas näher hinzuschauen. Uns haben die Dinge interessiert, die uns das Fernsehen nicht liefert: die Ukraine ist ein großes Land. Es leben dort etwa soviel Menschen wie in Spanien... [mehr]
 

248 März 2015 Fukushima - Leben im Ausnahmezustand
Ein Rucken in der Erdkruste hat Wellen über den Ozean geschickt, und die benachbarte Zivilisation war darauf nicht eingestellt. Fukushima 2011. Eigentlich sind Container dafür gemacht, Dinge darin vorübergehend zu verstauen. Auf der japanischen Hauptinsel Honshu dienen sie auch einem anderen Zweck: tausendfach sind sie zu Behelfswohnungen geworden. Menschen, die wegen Strahlenbelastung ihre gewohnte Umgebung verlassen mussten, sind darin untergebracht. Gebäude, Straßen, Felder, Wiesen, Wälder - alles, was unter dem Himmel ist und worauf es regnet, muss gereinigt, dekontaminiert werden... [mehr]
 

247 Feb. 2015 hammerharte Drückeberger
Es ist mächtig Bewegung im Thema Entsorgung radioaktiver Gefahrstoffe - soviel, dass wir uns erneut einen Überblick verschaffen müssen: im Herbst war es zunächst die Bundesregierung, die durchgezählt hatte und - siehe da! - auf einmal doppelt soviel Atommüll bilanzierte als sie es bisher bekundet hatte. Mit einem Mal stand auch der Müll, der bei der Urananreicherungsanlage in Gronau lagert und dort weiterhin in großen Mengen produziert wird, auf der Agenda. Dann kamen die Fassgebinde ans Licht, die überall im Land eingebunkert vor sich hin rosten, und mit jeder Woche wurden es mehr. Einige witterten bereits einen bösen Plan hinter diesen Enthüllungen... [mehr]
 

2014

246 Nov. 2014 sanftes Umgarnen / harte Bandagen
Der gute Wille ist vorhanden. Davon braucht es aber auch immer wieder eine Riesenportion, um noch einmal und noch einmal auf sich zu nehmen, was erkennbar neuerlich auf eine Farce hinauslaufen wird. Wir reden in diesem Heft über die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an Genehmigungsverfahren für Risiko- und Großprojekte. ... Gegen den erklärten Willen der anti-Atom-Gemeinde haben zwei Verbandsvertreter in der Atommüll-Kommission des Bundestags die beiden "Umwelt-Sitze" eingenommen. Dass ihnen gegenüber Atom-Lobbyistinnen die "Wirtschafts-Sitze" wärmen, stellvertretend für eine Branche, die auch das Suchverfahren gerichtlich bekämpft, das gefällt ihnen nicht. Nein, überhaupt nicht! Sagen sie. Und das wars. Weiterhin verteidigen sie mit Zähnen und Klauen ihren Verbleib in der Kommission... [mehr]
 

245 Okt. 2014 Atomare Drehscheibe Hamburg
Damit es gelingt, einem Thema die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu sichern, die es verdient, müssen es nicht immer die Aktionen von Tausenden sein. Manchmal reicht dafür ein schlichtes kleines antiAtom-Camp: zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Es waren nicht einmal ganz hundert Leute, die da am Nord-Ostsee-Kanal ihre Zelte aufgeschlagen hatten. Aber auf der Basis jahrelanger Beobachtung, mit ihren Einfällen, ihrer Entschlossenheit und - zugegeben: - einer guten Portion Glück haben sie dafür gesorgt, dass die Millionenstadt Hamburg nicht länger darüber hinwegsieht, was sich dort tut im Hafen, im Herzen der Stadt. Von Jahr zu Jahr steigt die Zahl der Atomtransporte, die über den Hamburger Hafen laufen. Immer routinierter wickeln Reedereien, Spediteure, Logistiker das globale Geschäft mit dem strahlenden Material ab, immer eingefahrener werden die Wege der gefährlichen Fracht.... [mehr]
 

243-244 Juli 2014 Gegen Militarisierung und Krieg
"Sollte sich ein Künstler wirklich einmischen in politische Fragen? Schadet das denn nicht der künstlerischen Autonomie?" Diese Frage wurde engagiert diskutiert, als Joseph Beuys im Jahr 1985 ein Tag-X-Plakat der Freien Republik Wendland mit dem handschriftlichen Vermerk: "MENSCHENGEMÄSSE KUNST MUSS 1. DIE ZERSTÖRUNG DES MENSCHENGEMÄSSEN VERHINDERN UND 2. DAS MENSCHENGEMÄSSE AUFBAUEN nur das ist KUNST und sonst gar nichts" zu einem Kunstwerk geadelt (und somit der Strafverfolgung nach Paragraf 111 StGB entzogen) hatte. "Ich bin damit einverstanden, dass meine Kunst Zwecke hat." wagte sich die Grafikerin Käthe Kollwitz auf das dünne Eis des künstlerischen Sachverstands. Heute vor 90 Jahren wurde mit einer Zeichnung von ihr Werbung gemacht für den mitteldeutschen Jugendtag in Leipzig. "Nie wieder Krieg" stand auf einem von ihr gezeichneten Plakat... [mehr]
 

242 Mai 2014 bad bank
"Warte mal!" sagte Oliver Welke in der ZDF-Satiresendung heute-Show: "das ist ja gar kein schönes Geschenk", und kam nach wenigen weiteren Sätzen zur Vokabel "Nuklearschlöcher" für die Konzerne RWE, e.on und EnBW. Selten werden Details aktueller Atompolitik so rasch und mit solch treffender Deutlichkeit von den Medien aufgegriffen. Die Gedankenspiele der Energieversorgungsunternehmen, die Atomsparte aus ihrem operativen Geschäft auszugliedern und samt Risiko und Haftung der öffentlichen Hand zu überlassen, trafen in der Presselandschaft durch die Bank auf Empörung. Jedenfalls erst einmal. "Eine bad bank für Atommüll darf und wird es nicht geben" titelte beispielsweise die Süddeutsche Zeitung. Um dann in Überlegungen einzusteigen, warum irgendwas in dieser Richtung wohl doch kommen muss. Auch unter antiAtom-Bewegten schwanken die Reaktionen zwischen "geht ja gar nicht!" und "nur unter der Bedingung, dass... [mehr]
 

241 April 2014 Freihandel
Wenn Menschen in sozialer Bewegung eintreten für ihre Belange, dann sind sie in der Regel konfrontiert mit einem soliden Bollwerk von Kräften, die verhindern, was sie sich vorstellen. Die Gesetzeslage erlaubt es nicht; das Geld dafür ist nicht da beziehungsweise wird für anderes ausgegeben; die Wissenschaft hat festgestellt ... Die Mächtigen sind eben mächtig. Erstmal. Bis es dann irgendwann doch geht. So oder so ähnlich ließe sich auch die Geschichte der antiAtom-Bewegung in Deutschland erzählen. Die Stilllegung von Atomanlagen durchzusetzen war und ist ein enormer Kraftakt, aber vergebens ist das Bemühen nicht... [mehr]
 

240 März 2014 Fukushima - vom Versuch, einen strahlenden Normalzustand zu etablieren
Zirkonium schmilzt bei einer Temperatur von 1857°. Das Schwermetall wird immer wieder gern genommen als Hauptbestandtteil von Hüllrohren für Brennelemente in Leichtwasserreaktoren. Die Brennstoff-Tabletten selbst schmelzen bei einer Temperatur von 2850°. Die Steuerstäbe tropfen bei 1450° weg, bei 2250° die Strukturelemente. Und so weiter. Es gibt Literatur in großem Umfang zu dem Themenkomplex: was passiert eigentlich bei einer Kernschmelze? Materialkundler listen Eigenschaften auf, Chemiker beschreiben Reaktionen, Physiker quantifi zieren Schadensereignisse, Nukleartechniker prognostizieren Freisetzungen. All diesen Texten gemeinsam ist, dass sie sich im Spekulativen bewegen, sobald es sich um konkrete Fälle handelt. Windscale war so ein Fall, Harrisburg und Tschernobyl waren andere, die bekannt sind. Daneben gibt es ein gutes Dutzend weiterer Fälle, die in detailfreudiger Ratlosigkeit behandelt werden... [mehr]
 

238-239 Feb. 2014 Bewegung geräuscharm abservieren
Der Ausstieg ist gemacht. Die Energiewende ist demnächst in festen Händen. Die Frage nach den strahlenden Hinterlassenschaften ist zwar nicht geklärt, aber sie wird bearbeitet. Eigentlich ist alles prima. Die Bewegung hat ihren Dienst getan, und im Nachhinein gesehen war ja auch nicht schlecht, dass es sie gab. Um ein Bild zu bemühen: das Essen war gut und reichlich. Jetzt kann das Geschirr weg. Aber ohne viel Geklapper bitte! Nach dem "schleichenden Gift des inszenierten Endes für das Atomzeitalter" fragte die antiAtom-Konferenz in Hamburg: hat sich an den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die antiAtom-Bewegung etwas geändert? Eigentlich nicht, lauteten die Antworten. Der Ausstieg ist keiner. Eine Energiewende, die in unseren Augen den Namen verdient, gibt es nicht. Stattdessen droht eine Restauration der alten Strukturen. Und was das strahlende Erbe angeht, müssen wir feststellen, dass uns zentrale Begriffe aus der Hand genommen und gegen uns gedreht werden sollen. Mit einemmal wird verbuddelt aus Verantwortung, und das auch noch im Konsens - zum Haareraufen ist das... [mehr]
 

2013

237 Okt. 2013 2 Stühle bleiben leer?
Um ein Haar gäbe es sie bereits: die Kommission zur Festlegung eines Standorts für die dauerhafte Verwahrung hitzeentwickelnder, hochgiftiger und tödlich radioaktiver Gefahrstoffe. Die Tatsache, dass es keinen Ort geben kann, der die dafür erforderliche Gewähr bietet, hat über Jahrzehnte Hunderttausende von Menschen dazu gebracht, sich in Bewegung zu setzen und sich gegen Atomanlagen zu engagieren. So. Und nun ist also ein Gesetz gemacht, nach dem ein solcher Ort trotz alledem gefunden zu werden hat; und demnächst gibt es den kleinen unfeinen Club namens Kommission, in dem die Bedingungen dafür verhandelt werden. Da konnten wir und viele andere dagegen argumentieren wie wir wollten: Gesetz und Kommission sind beschlossene Sache. Sich an solch einem widersinnigen Unterfangen zu beteiligen ist - logisch betrachtet - ein Unding... [mehr]
 

235-236 Aug. 2013 Krieg beginnt hier
Am 1. September 1939 stürzte Deutschland mit dem Überfall auf Polen die Welt in die Katastrophe eines zweiten globalen Kriegs; am 6. und 9. August 1945 wurden die Städte Hiroshima und Nagasaki durch die ersten Atombomben zerstört. Die Jahrestage, mit denen die Erinnerung an diese Verbrechen frisch gehalten wird, geben jeweils der Sommerausgabe der aaa den inhaltlichen Rahmen. "Atomkraftwerke und atomare Waffen sind zwei Seiten der gleichen Medaille" - in diesem Jahr wollen wir nicht vertiefen, dass und warum das so ist, sondern setzen das einmal so als gegeben. Vielmehr gehen wir der Frage nach: kann anti-Atom-Bewegung eigentlich auch Teil des Widerstands gegen eine Militarisierung sein, die alle Teile der Gesellschaft durchdringt? Was können wir einer Entwicklung entgegensetzen, die versucht, die Logik der militärischen Durchsetzung herrschender Gewaltverhältnisse als Selbstverständlichkeit für alle Bereiche des Lebens zu etablieren? ... [mehr]
 

234 Juni 2013 Brand im Hafen
Es kommt leider nicht oft vor, dass so offen zutage tritt, wie unentbehrlich für soziale Bewegung die Mühe der beharrlichen Recherche ist. Immer wieder Parlamentarier*innen damit beauftragen, Anfragen zu stellen; die Antworten der Regierenden auswerten, deren Bestreben es ist, kritische Sachverhalte so zu benennen, dass die Wahrheit verborgen bleibt, ohne dass sie lügen; Sachverhalte ordnen, Schlüsse ziehen, Vermutungen überprüfen - das ist ein Job, für den es normalerweise keine Lorbeeren zu ernten gibt. Im Fall der Atlantic Cartier ist es den Leuten von sand gelungen, mit ihrem Fachwissen, das sie sich auf diese Weise erarbeitet haben, den Finger in die richtige Wunde zu legen. Ohne ihr laut geäußertes Misstrauen hätten vermutlich die Beteiligten weiterhin geschwiegen, die beim Brand des Atomfrachtes am ersten Mai im Hamburger Hafen an einer Katastrophe nur knapp vorbei geschrammt sind... [mehr]
 

233 Mai 2013 Lagern ohne Ende
Kann ein Parlamentsbeschluss aus der Welt schaffen, was es besser gar nicht gäbe? Genau das wird gerade versucht. Eine große Koalition politischer Parteien wirbt zur Zeit für ein Gesetz. In ihm sollen Regelungen für ein Prozedere festgeschrieben werden, an dessen Ende entschieden ist, wo und wie die strahlende Hinterlassenschaft von einigen Jahrzehnten Atomstromproduktion für eine Million Jahre sicher verwahrt wird. Das Projekt ist verbunden mit einer doppelten Verheißung: am Ende ist nicht nur der Atommüll verschwunden. Es geht damit auch einher, dass ein alter, heftiger Streit beigelegt wird. Beides ist zu bezweifeln. Seit Atomkraftwerke gebaut werden, gibt es Widerspruch dagegen. Ein wichtiges Argument war von Anbeginn, dass es nicht möglich ist, sich auf alle Zeit vor dem Strahlenmaterial zu schützen, das praktisch auf ewig jedes Leben schädigt. ... [mehr]
 

232 Apr. 2013 Energie fuer alle
"Wenn die Leute kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen." Zur Zeit der Französischen Revolution wurde die Geschichte in Umlauf gesetzt, die Frau von Ludwig XVI habe dies ihrem Höfling auf entsprechend besorgten Hinweis hin zur Antwort gegeben. Die Szene findet sich in einem Buch, das tatsächlich bereits 30 Jahre zuvor geschrieben wurde, zu einer Zeit, als die spätere Königin von Frankreich noch fernab von Paris als zehnjähriges Prinzesschen in Wien lebte. Wenn, wie also zu vermuten ist, das Zitat gar nicht von ihr stammte, dann erwies es sich doch als ungemein praktisch, um Stimmung zu machen. "Wenn das Volk günstigen Strom will, soll es doch Batterien kaufen." annoncierte ein millionenschwerer Lobbyverein in Tageszeitungen. Und für den Fall, dass nicht auf Anhieb verstanden wird, auf welche historische Parallele angesprochen werden soll, liefert der Grafiker eine Skizze nach dem Porträt von Marie-Antoinette. ... [mehr]
 

231 Feb. 2013 war da was? - zum Jahrestag einer fortwährenden Katastrophe
Mehr und mehr droht sich im Rauschen des Alltags zu verlieren, was vor knapp zwei Jahren wochenlang im Mittelpunkt öffentlicher Aufmerksamkeit stand. Auch unsere Erinnerung weist Halbwertszeiten auf; aber anders als bei den Zerfallsprodukten der Atomspaltung ist dieser Prozess beeinflussbar. Was wir im Gedächtnis bewahren wollen, das lässt sich pflegen. All die kleinen und großen Aktivitäten rund um den Jahrestag von Fukushima helfen dabei. Menschen sind zu Tode gekommen; sie sollen nicht einfach vergessen sein. Tausende mussten ihr Zuhause verlassen; für Hunderttausende bleibt für die nächsten Jahrzehnte die quälende Ungewissheit, in welcher Weise die Strahlung ihre Körper schädigt. Sie brauchen die weltweite Solidarität und, wo das möglich ist, unsere konkrete Unterstützung - für die Bewältigung ihres Alltags und in ihrem (in ihrem? nein: in unserem gemeinsamen!) Kampf dafür, dass endlich konsequent Schluss gemacht wird mit menschenverachtender Technik. ... [mehr]
 

230 Jan. 2013 Uran auf Achse - strahlende Warenströme rund um den Globus
Gerade sind wir dabei, das Heft mit dem Themenschwerpunkt Atom-Transporte zum Druck vorzubereiten, da kommt die Meldung rein, dass im Rhône-Tal ein Zug mit abgereichertem Uran entgleist ist. Sollen wir jetzt noch mal die fertigen Seiten umwerfen? Im Moment sieht es so aus, als könne die Sache halbwegs glimpflich zu Ende gehen: das strahlende Material hat zwar den Prozess der An- beziehungsweise in diesem Fall der Abreicherung durchlaufen; damit wäre zu erwarten gewesen, dass es in der hochaggressiven Verbindung "Uranhexafluorid" auf Reisen ist, wie dies täglich geschieht. Wenn es da zu Schäden an den Behältern kommt, ist die Not groß. Bei diesem Transport war es allerdings wohl so, dass die UAA in Almelo ihren Müll - nein, sie wollen ja, dass wir "Abprodukte" dazu sagen - mal eben zur Umwandlung ins 950 Kilometer entfernte Tricastin geschickt hatte. Jetzt war das Uran bereits wieder auf dem Rückweg, und zwar in Form von Triuranoctoxid. Das ist zwar auch giftig, und die Strahlung ist natürlich die gleiche, aber diese Verbindung ist nicht obendrein auch noch so ätzend, dass sie Löcher in Glas frisst. So ein Glück aber auch! ... [mehr]
 

2012

229 Nov. 2012 Energiewende - selbst bestimmt und sozial
Energie ist teuer und wird immer teurer? Stimmt. Für ärmere Leute ist es ein immer größeres Problem, die Energiekosten zu bestreiten? Stimmt auch. Also: die Energiewende ist unsozial? Nein, das stimmt nicht - jedenfalls nicht so. Es gibt Leute, in deren Interesse liegt es, die Regelungen der Einspeisevergütung für Erneuerbare Energie außer Kraft zu setzen. Denn die schmälern ihre Marktposition und ihren Gewinn. Es ist zu vermuten, dass denen die Situation ärmerer Leute eher nicht so wichtig ist, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Wenn die in solcher Weise polemisieren, dann muss gegen gehalten werden: es liegt nicht an Windrädern und Solardächern, dass bei niedrigem Einkommen immer weniger im Geldbeutel bleibt. Unsozial ist in der Tat, wie die Teuerung verteilt wird. ... [mehr]
 

228 Okt. 2012 End(?) - Lager - Finde(!) - Gesetz
Vor zwölf Jahren gab es die Situation bereits schon einmal: die Regierung Schröder/Fischer hatte mit der Energieindustrie einen Vertrag abgeschlossen und diesen etwas hochtrabend mit "Konsens über einen Atomausstieg" etikettiert. Auch damals hieß es: so! und nun wollen wir das Problem mit dem Atommüll aus der Welt schaffen. Ein akend (Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte für radioaktive Abfallstoffe) wurde ins Leben gerufen. Die mit dieser Aufgabe betrauten Experten berieten; am Ende gaben sie der Politik den Rat: wenn ihr euch jemals trauen wollt, andere Standorte als die bereits vorgesehenen zu benennen, dann müsst ihr das schlauer einfädeln. Dann müsst ihr das Verfahren so anlegen, dass nachher niemand meckern kann. Und den Betroffenen müsst ihr sagen können, dass alles ordentlich und demokratisch entschieden wurde, damit der Ärger nicht überhand nimmt. Die Geschichte ist bekannt. ... [mehr]
 

226-227 Juli 2012 Krieg beginnt hier
Junge Männer müssen sich nicht mehr überlegen, ob und wie sie um den Bund rumkommen; die Verpflichtung, Kriegsdienst zu leisten, ist ausgesetzt. Kasernen werden von der Armee aufgegeben, Stadträte sind sehr besorgt deswegen. Bei Günter Jauch macht sich die Talkrunde zur besten Fernsehzeit Gedanken darüber, dass die Öffentlichkeit nicht ausreichend zu würdigen weiß, was das Militär fürs Ganze leistet. Und da reden wir von Militarisierung? Es ist richtig: in anderen Epochen war augenfälliger, wie in allen Bereichen gesellschaftlichen Lebens Verhaltens- und Beziehungsmuster aus dem Soldatischen übernommen und zur Norm wurden. Es scheint, als seien frühere Generationen schneller bereit gewesen, als Selbstverständlichkeit zu akzeptieren, was doch nur dazu diente, aus Personen, die für sich selbst denken und entscheiden, kriegstaugliches Humanmaterial zu formen. Dieser Schein trügt. Es gibt weniger Soldaten. ... [mehr]
 

225 Mai 2012 Energie / Kämpfe
"Mit dem vermeintlichen Atomausstieg können wir uns auch angesichts der Klimakrise nicht zufrieden geben." hieß es in der Einladung zur Strategie- und Aktionskonferenz "Energiekämpfe in Bewegung!?!", die Anfang Februar in Berlin stattfand. "Atomkraft", so die Erkenntnis, "darf nicht einfach durch fossile Energieträger ersetzt werden, da deren Verbrennung den Klimawandel beschleunigt. Die Konzerne, die sich gestern mit Atomkraft eine goldene Nase verdienten, profitieren heute von Braunkohle, Gas und Öl. Erneuerbare Energien müssen die Grundlage für ein neues Energiesystem sein. Für eine radikale Energiewende reicht das aber nicht ... [mehr]
 

224 Apr. 2012 es ist noch lange nicht vorbei
Als hielte er Kreide in der Hand, hat ein unbekannter Grafiker die Worte Sellafield Tschernobyl Harrisburg Fukushima auf einen Untergrund gesetzt, der wie eine Schultafel wirkt. Zu ergänzen wäre Mayak: die Namen dieser fünf Orte stehen für die Wirklichkeit von Reaktorkatastrophen. Damit sind sie zu Synonymen geworden; die Forderung nach Stilllegung aller Atomanlagen ist untrennbar mit ihnen verbunden. Also: Atomkraft geht gar nicht! das Wort darunter ist energisch und mit zwei dicken Kreidestrichen durchkreuzt. ... [mehr]
 

222-223 März 2012 Castor 2011 - im ersten Jahr von Fukushima
Eine Welle der Empörung rollte im vergangenen Jahr durch die Bundesrepublik: "wie kann mit der Erfahrung von Fukushima überhaupt auch nur ein einziges Atomkraftwerk weiterbetrieben werden?" war der Tenor ungezählter Äußerungen im Frühjahr. Für soziale Bewegung folgt auf eine hohe Welle erfahrungsgemäß eine lange Talsohle. Würde es den Regierenden gelingen, mit ihrer "neuen Erkenntnis" die Brisanz aus der Angelegenheit zu nehmen? fragten sich die Skeptiker im Sommer. Der Ausstieg kam, eine Energiewende wurde verkündet. War das Thema damit durch? Die Wendland-Aktionen im Herbst zeigen, dass eine nennenswerte Anzahl von Menschen nach wie vor nicht bereit ist, sich für dumm verkaufen zu lassen. Mit Gorleben kommt die berechtigte Frageauf den Tisch, was aus dem Müll werden soll. Im Auf und Ab der Bewegungswellen setzte der Castor 2011 eine beeindruckend spritzige Schaumkrone!
 

221 Jan. 2012 vorläufige Sicherheit
Eine Sicherheitsanalyse Gorleben wird zur Zeit erstellt, eine vorläufige, wie der Titel sagt. Erkenntnisse, die es bislang über die geologischen Verhältnisse im und um den Salzstock Gorleben-Rambow gibt, sollen zusammenfassend bewertet werden. Was kann eigentlich das Begleitwort "vorläufig" bedeuten im Zusammenhang mit dem Vorhaben, für ewige Zeiten Atommüll unter die Erde zu bringen? Ist damit gemeint, dass die Ergebnisse, die mit Hilfe der Analyse zu finden sind, jederzeit von der Realität über den Haufen geworfen werden können? Dass es gar nicht möglich ist, Aussagen über die Zukunft der Erdkruste zu treffen, die zuverlässig und unter allen Umständen Bestand haben? Für solcherart Offenheit könnten wir durchaus Sympathie haben. ... [mehr]
 

2011

220 Nov. 2011 X
Für Samstag, den 26.11.2011 ist eine große anti-Atom-Demonstration in Dannenberg geplant. Bei früheren Castor-Kampagnen hieß so etwas "Auftakt-Demo".
So heißt es diesmal ausdrücklich nicht. Aber möglicherweise hat aus früheren Jahren die eine oder der andere noch im Kopf: "ach, ich fahre mal zur Demo, und anschließend schau ich, was es noch zu tun gibt." All die könnten diesmal eine unschöne Überraschung erleben: Im Lauf der Serie von Transporten hat die Polizei die Abläufe mehrfach geändert. So ist der Termin der Abfahrt immer weiter nach vorn verschoben worden. Diesmal liegt der Abfahrtszeitpunkt auf Donnerstag mittag. Im schlechtesten Fall, wenn also nichts und niemand dazwischen kommt, kann der Zug bereits am Freitagnachmittag in Lüneburg einrollen... [mehr]
 

219 S.-Okt. 2011 und oder: gewaltfrei? militant
Der anti-Atom-Bewegung haftet ein Ruf an: die Zuschreibungen reichen von unappetitlichem Pack über Chaoten bis zu blindwütigen Haudraufs. Das trägt dazu bei, dass sehr viele Menschen erst einmal vorsichtigen Abstand halten, auch wenn sie das Anliegen eigentlich teilen. Auf der anderen Seite geht aber auch eine gewisse Faszination davon aus, dass "es abgeht, wenn der Castor kommt" - seien diese Vorstellungen nun berechtigt oder nicht.

Was überhaupt dran ist an diesen Bildern im Kopf, wie viel oder wie wenig die Realität in Einklang steht mit wirklichem Protest- und Widerstandsgeschehen, das werden nur die feststellen können, die sich das einfach selbst anschauen, die hingehen zu den Aktionen an der Asse, in Grafenrheinfeld, Grohnde, Gronau oder eben im Wendland... [mehr]
 

217-218 Juli-Aug.2011 ja - wir stören
"ihr müsst doch jetzt glücklich sein." Wer von denen, die sich in den vergangenen Jahren als Atomkraftgegnerinnen oder -gegner bekannt haben, hat in den letzten Wochen diesen Satz nicht gehört? Na? Wahrscheinlich niemand. Es ist der Politik gelungen, eine Botschaft rüberzubringen - soviel müssen wir neidvoll anerkennen. "Deutschland hat aus Fukushima die Konsequenz gezogen und ist ausgestiegen." Sind wir glücklich? Es ist selten, dass "soziale Bewegung" sich derart einig ist: Nein.

Mit dem, was als Atom-Ausstieg präsentiert wird, sind wir nicht einverstanden. Die Konsequenz aus Fukushima wäre eine andere. Das sagen durch die Bank alle, die mit diesem Thema näher befasst sind. Die Betrachtungsweisen mögen sich unterscheiden, die Schwerpunkte der Kritik mal hier, mal dort liegen, im Kern heißt es bei allen: wir müssen weitermachen!... [mehr]
 

216 Mai-Juni 2011 Ethik-Kommission / Endlager-Dialog
Selbst dieses Ohrfeigengesicht aus München erklärt derzeit in die Kameras, dass die Politik der CSU in diesen Tagen nur glaubwürdig sein kann, wenn ganz entschieden und wirklich so bald wie möglich ausgestiegen wird. Alle - na ja, praktisch alle - sind nach Fukushima für den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie. Dieses öffentlich abgelegte Glaubensbekenntnis wird offensichtlich angesehen als eine unverzichtbare Voraussetzung dafür, bei dem großen Wettstreit mitmachen zu dürfen, in dem definiert wird, was das Wort "sofort" bedeutet... [mehr]
 

215 Apr. 2011 Fukushima
Darauf waren wir auch nicht eingestellt. Seit Jahren sagen wir zwar, dass jederzeit das eintreten kann, was zur Zeit auf der Hauptinsel Japans passiert. Gehofft haben wir aber, dass die Vernunft siegt, bevor sich die Mahnungen bewahrheiten. Als die ersten Wasserstoffexplosionen im Internet zu sehen waren, hat auch uns das Geschehen in seinen Bann gezogen. Kommt es zu einem finalen blow-out? Gibt es ein sichtbares Ereignis, das uns das Ausmaß der Katastrophe vor Augen führt? .... [mehr]
 

213-214 Feb. 2011 die wilde Mischung machts
So viele Menschen! So viele Menschen, die ebenso viele Geschichten mit nach Hause bringen! Wir würden gerne alle zu Wort kommen lassen, aber dann würde aus dieser Dokumentation ein dickes Buch.
Statt dessen haben wir sorgfältig alles zusammengetragen, was wir in Erfahrung bringen konnten über den Castor 2010, und lassen in diesem Heft eine allwissende Erzählerin darüber Tagebuch führen. Nein - bei solch wunderbarem Chaos reicht kein Tagebuch. Die Chronologie ist eher: ein Minuten-Buch.
 

2010

212 Okt. 2010 genug ist genug!
"Die Herren machen das selber, daß ihnen der arme Mann feyndt wird. Die Ursache des Aufruhrs wollen sie nicht wegtun. Wie kann es die Länge gut werden? So ich das sage, muß ich aufrührisch sein! Wohlhin!" Thomas Münzer, 1525 .... [mehr]
 

211 Sept. 2010 green new deal
Elf Monate hat die Regierung darüber gebrütet, wie ihre energiepolitschen Vorstellungen eigentlich aussehen. Das hätte sie gar nicht gemusst. Die Konzerne hätten ihr das auch gleich sagen können. Nun also sind sie zu einem Ergebnis gekommen, und die Wut ist groß und berechtigt. Mit welchem Recht sich diejenigen, die jetzt ihre atomkritische Empörung in die Mikrophone sprechen, zu Wortführern eines angekündigten Widerstands gegen diese Pläne machen, steht auf einem anderen Blatt.... [mehr]
 

210 Aug. 2010 (Un-) Ruhe-Tag
zumindest in den Redaktionsräumen scheint es so, als würden sich die Prognosen für einen "Heißen Sommer und Herbst" bewahrheiten. Heimlich haben wir bei der Arbeit an dieser Ausgabe auf den Hausmeister gewartet, der mit seiner Klingel das Signal für Hitzefrei gibt. Gekommen ist er nicht.
In diesem Heft schauen wir uns an, in welcher Weise in diesen Wochen der Wille zur Stilllegung von Atomanlagen zum Ausdruck gebracht wird, und auch, welche Pläne für die kommenden Monate entwickelt werden. Wie es aussieht, gibt es an allen Ecken reichlich Gelegenheit dazu. Manchmal, so kommt es uns vor, wird dabei ein bisschen viel appelliert... [mehr]
 

209 Juli 2010 no nukes
jajaja, die Zeit ist denkbar knapp, das ist uns bewusst! Am 28. Juni erscheint diese Ausgabe, und zwei Tage später ist die Wahl!
Wir nutzen die Gelegenheit trotzdem, um auch unsererseits noch mal einen ins Spiel zu bringen, der sich selbst - in unseren Augen höchst qualifi ziert - beworben hat um das Amt des Bundespräsidenten. Der Kabarettist Georg Schramm schlüpft immer wieder in die Rolle des Lothar Dombrowski, um in gerechtem Zorn die Dinge beim Namen zu nennen. Zu den unterschiedlichsten Anlässen malt der sich aus, was er sagen würde, wenn er die Rede zu halten hätte.
Diesem Meister der ungehaltenen Rede nimmt man und frau die Verzweiflung ab, die einen Menschen packen muss, der Zusammenhänge sieht und dabei wahrnimmt, wieviele Leute "in der Mitte der Gesellschaft" davon ungerührt einem Alltag nachgehen, den sie für normal halten. Und trotzdem hält er an dem Versuch fest, aufzuklären. Sagenhaft! Als ob er einer von uns wäre! Kann den nicht noch schnell jemand in der Bundesversammlung vorschlagen? ... [mehr]
 

208 Mai 2010 Zutritt zur salinaren Hölle
wie kam es eigentlich zum Standort Gorleben? Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss des Bundestags versucht, die Gründe aufzuspüren, die seinerzeit zur Entscheidung für ein Atommülllager an diesem Ort geführt haben. Soviel zeigen die Akten bereits: Geologische Gründe waren es jedenfalls nicht.
Nachdem die Entscheidung gefallen war, brauchte die Politik die Geologie. In dieser Disziplin geht es um Mineralien tief unter der Erde; hochspezialisiertes Wissen dient seit über 200 Jahren dazu, Boden-Schätze zu erschließen. Ob es um Salz, Erze, Kohle oder Öl ging: der Erfolg dieser Bemühungen krempelte Gesellschaften um. Geologen sind gewohnt zu wissen, dass es auf sie ankommt und auf ihre Kenntnis. ... [mehr]
 

207 März 2010 uneingeschränktes Demonstrationsrecht
Als vor Jahren der Oberkreisdirektor in seiner Allgemeinverfügung jegliche Versammlung im Landkreis Lüchow-Dannenberg verbot, da beseitigte er damit zwar das Recht auf Demonstration, nicht aber deren Notwendigkeit. Also luden Leute, zunächst ganz vorsichtig, per Inserat ein: zum Kaffeetrinken am Trafohäuschen. Den Kaffee hätten sie auch zu Hause tinken können, das war schon klar; aber hochaktiver Atommüll sollte in die Halle im Gorlebener Wald gebracht werden, und irgendwie musste es doch möglich sein, sich dem in den Weg zu stellen! Sie tranken also den Kaffee am Trafo, und es stellte sich bei dieser Test-Aktion und weiteren darauf folgenden heraus, dass die Polizei keinerlei Versuch unternahm, all die Leute einzufangen und zu bestrafen, die sich an das strikte Versammlungsverbot nicht hielten... [mehr]
 

206 Feb. 2010 Bewegung in (Zeiten) der Krise
Das Jahr 2010, so steht es auf einem kürzlich in großer Auflage verbreiteten Flugblatt, werde das Jahre der anti-AKW-Bewegung. Wer sich dem Kampf gegen Atomanlagen verbunden fühlt, wird sich freuen - im Prinzip: die Frage bleibt, was für eine antiAtom-Bewegung das ist oder sein soll im Jahr 2010. Eine, die in Zeiten der Krise zielstrebig Einsichten und Erfahrungen aus Jahrzehnten der Auseinandersetzung einbringt? Die sich stark macht für grundlegende Veränderung? Oder eine, die alle mit einbeziehen will in ein Engagement für - ja was denn eigentlich? Die um Gottes Willen niemanden mit einem klugen Gedanken verschrecken will? Es gibt die Anregung, die Frühjahrskonferenz in Ahaus dazu zu nutzen, auch darüber konstruktiv den Streit zu führen... [mehr]
 

2009

204-205 Dez. 2009 Wachstums-Wahn ./. Klima-Gerechtigkeit
Er steht da und bläst die Blase auf. Es kostet ihn alle Energie, für nichts anderes ist er im Moment zu haben. Ganz gebannt schaut er auf das, was sich vor ihm tut. In seinem Blick spiegelt sich die Faszination dessen, was alles möglich ist. Und gleichzeitig auch der zu erwartende Schrecken. Schließlich weiß er ja, dass sie platzen wird, die Blase. Nein, wir sprechen nicht vom ideellen Gesamtkapitalisten. Sondern von der Skulptur, die unser Titelbild ziert. bubble-blowing boy hat der finnische Bildhauer Tommis Toija seine Figur genannt. Weitaus besser als jeder Eisbär schien sie uns geeignet für die Illustration des Klimagipfels, der in den kommenden Tagen viel mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird. Ja, auch wir widmen der UN-Konferenz in Kopenhagen unser Titelthema... [mehr]
 

203 Okt. 2009 die Schweine wechseln - der Trog bleibt
erstmal ist es nicht mehr als ein ganz kleines Lichtlein. Das Bundesamt für Strahlenschutz als neuer Betreiber der Asse hat Studien in Auftrag gegeben, welche der denkbaren Möglichkeiten denn überhaupt umsetzbar wären, um aus der verfahrenen Situation mit der absaufenden Fässerdeponie noch irgendwie das am wenigsten Schlechte zu machen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden kürzlich präsentiert. Seit wir in unserer Ausgabe 134 vom Oktober 2002 zum ersten Mal ausführlich die bedrohliche Situation im "Versuchs-Endlager" beschrieben haben, hatten wir die Phantasie, dieser "Versuch" könnte als "nicht geglückt" wieder rückgängig gemacht werden. Die Fässer, die 700 Meter tief unter den Teppich gekehrt worden waren, könnten wieder ans Tageslicht gebracht werden... [mehr]
 

202 Sept. 2009 antiAtom-Treck 2009 - Atomausstieg ist Handarbeit
Vier Tage, nachdem dieses Heft seine Leserinnen und Leser erreicht, startet an mehreren Orten der antiAtom-Treck Richtung Berlin; vielleicht kann es ja dazu beitragen, dass die/der eine oder andere noch kurzentschlossen die Packtaschen auf das Fahrrad schnallt und sich auch auf den Weg macht. Für die, aber auch für all die anderen, die dieses Reise-Unternehmen nur gedanklich begleiten, haben wir mit dieser Ausgabe einen Reisebegleiter zusammengestellt. Der Aufruf des Trägerkreises erschien ganz offensichtlich einigen Leuten ergänzungsbedürftig; wir beginnen also mit Texten, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln entwickeln, wie die Autorinnen die Zusammenhänge sehen. Dann führt uns der Weg an den vier Stationen vorbei, die sichtbar in der Landschaft stehen als Exempel für ein Müll-Problem, das sich nicht lösen lässt... [mehr]
 

200-201 Juni 2009 Lug & Trug - 50 Jahre Deutsches Atomforum
Darf eine anständige Bewegungs-Zeitung sich die Ausführungen von Regierenden zu eigen machen, bloß weil die in Zeiten des Wahlkampfs Dinge von sich geben, die wir auch ganz gerne mal sagen? "Es geht um Profit und um sonst nichts." beurteilt beispielsweise der Chef der SPD-Fraktion im Bundestag die energiepolitische Notwendigkeit von atomaren Großkraftwerken. Fast wären wir versucht zu sagen: da hat er ja was Wahres ausgesprochen, der Dr. Peter Struck; da fällt uns gerade noch ein, dass der Mann auch mal Verteidigungsminister war, mithin der Zuständige in der Regierung für Rüstung und Militär. Sein Nachsatz "und um sonst nichts" bekommt damit natürlich einen unschönen Beigeschmack. Aber wenn wir davon mal absehen, lernen wir erstens, dass mit Atom vor allem ein Haufen Kohle gemacht wird. Und zweitens, dass heutzutage Sozialdemokraten lieber hätten, wenn sich niemand daran erinnert, wie sie sich genau dafür in früheren Zeiten ins Zeug gelegt haben... [mehr]
 

199 Juni 2009 Krise [Krieg.] - Atomenergie im internationalen Machtpoker
Ist der Kapitalismus am Ende? Selbst bürgerliche Medien stellten diese Frage, als vor einem Jahr die Finanzwelt in globalem Maßstab aus den Fugen geriet. Seitdem hat sich zwar an dem Durcheinander nicht wirklich etwas geändert, inzwischen wird aber anders darüber gesprochen. Man und frau hat sich gewöhnt: es ist Krise. Tja, Krise eben. "Vergleichbar vielleicht mit Spätherbst: ungemütlich, wirklich nicht schön! Gehört aber irgendwie dazu." Die Neigung, die Turbulenzen der Wirtschaft zum Anlass für weitergehende Fragen zu nehmen, ist spürbar gesunken. Erst in Ansätzen zeichnet sich ab, was die Krise als verschärfter Ausdruck des Normalen an Zerstörung mit sich bringt... [mehr]
 

198 Mai 2009 einschlusseinschlusswirksame Bereiche für Atommüll
Wärt Ihr denn zufrieden, wenn sich der Staat nicht darum bemühen würde, Lösungen zu finden? So wurden wir letztens gefragt. Anlass war eine Diskussion über das Problem, was aus dem Atommüll einmal werden soll. Wir hatten aufgezeigt, warum eine sichere Lösung - selbst allen guten Willen vorausgesetzt - nicht möglich ist. Auf die Frage geben wir ein klares Nein zur Antwort. Nachdem der Staat in seinen verschiedenen Rollen als Willensbilder, Finanzier, Gesetzgeber, Aufseher, Antragsteller, Entscheidungsträger, Rechtssprecher und schlagkräftiges Durchsetzungsorgan dazu beigetragen hat, dass Menschen unter der Nutzung der Atomkraft leiden, hätte er nun die verdammte Pfl icht, sich auch um die Folgen dessen zu kümmern, was da angerichtet wurde. Selbst dann, wenn klar ist, dass jede Bemühung nur Stückwerk bleibt, müsste er tätig werden... [mehr]
 

197 April 2009 NATO-60 Jahre das Recht auf Ausbeutung verteidigt
während das Papier dieser aaaUsgabe durch die Druckmaschine läuft, versammeln sich Militärs und RepräsentantInnen staatlicher Gewalt links und rechts des Rheins. In Baden-Baden und Straßbourg nehmen sie Bezug darauf, dass das westliche Kriegsbündnis NATO seit 60 Jahren besteht. Vermutlich werden sie die Botschaft verbreiten wollen, dies sei Grund zum Feiern. Menschen aus weiten Teilen Europas bereiten sich seit Monaten darauf vor, diese Feierlichkeiten zu stören. Dies nehmen wir gerne zum Anlass, daran zu erinnern, dass die antiAtom-Bewegung genau hier ihre Wurzeln hat: im Widerspruch zu dem verheerenden Versuch der Herrschenden, die Welt unter ihre Kontrolle zu bringen... [mehr]
 

195-196 Feb. 2009 Castor-Dokumentation November 2008 - Du schreibst Geschichte
Den meisten, die es sich leisten konnten, bis zum Ende der Aktionstage im Wendland zu bleiben, wird der Duft von Rauch in den Kleidern und in der Nase geblieben sein. Ein kräftiger Wind fachte die Feuer des Protests an, als der Transport nach Gorleben rollte. Was mit allen Sinnen erfahren wird, haftet im Gedächtnis und prägt die Erinnerung. Mit dieser Dokumentation können wir all das nicht mitliefern: die Gerüche, die Kälte, die Hitze mancher Auseinandersetzung, die Wärme erlebter Solidarität. Aber wir wollen versuchen, etwas davon zu vermitteln. Möglich gemacht wurde das durch die Zusammenarbeit von und mit Menschen, die zwar nicht die Nase, dafür aber das Auge bedienen...
 

2008

194 Dez. 2008 Schritte in eine gute Richtung
in den Medien wurde nach dem verlängerten Castor-Wochenende im Wendland eine Renaissance der anti-Atom-Bewegung konstatiert. In einer knappen Analyse schauen wir uns schon einmal an, was dran ist an historischen Parallelen zu früheren Zeiten der anti-Atom-Bewegung. Ansonsten verschieben wir aber die Würdigung der Transport- Proteste auf die aaa-Dokumenation. Entgegen unseren Gewohnheiten haben wir in dieser Ausgabe darauf verzichtet, ein eigenes Titelthema zu setzen. Den Platz brauchten wir nämlich für die Rubrik Internationales: im Nachbarland Schweiz lässt sich bereits jetzt ein Wiederaufflammen einer anti-Atom-Bewegung feststellen, nachdem die Regierung dort eine Standortsuche für ein Atommüll-Endlager nach dem (in Deutschland hoch geprießenen) "Schweizer Modell" gestartet hat. "Zehn Jahre Zoff" lautet die Vorhersage. Und selbst im Schlaraffenland der Atommafia, im Frankreich der electricité de france, dreht sich der Wind... [mehr]
 

193 Nov. 2008 der Castor kommt nicht durch
wer erinnert sich noch an den Transnuklear-Skandal? Vor 21 Jahren musste die Öffentlichkeit zur Kenntnis nehmen, dass im Zusammenhang mit Atommüll Praktiken üblich sind, die bis dahin nicht für möglich gehalten wurden. Der Skandal um das Desaster in der Asse führt erneut vor Augen, dass "Entsorgung" nicht nur ein Problem von Gesteinsschichten und einbrechendem Wasser ist, sondern auch ein Problem von angemaßter Kompetenz, Kumpanei und Skrupellosigkeit. Damals, im Jahre 1987, sollte eine "umfassende Neuordnung" der Zuständigkeiten ein solides Instrument der Kontrolle schaffen und eine permanente Transparenz gewährleisten. Das klang gut. In der Praxis kamen an die gleichen Bürotüren neue Schilder. Als vor nunmehr fünf Wochen für die Asse ein Betreiber-Wechsel angekündigt wurde, war die Skepsis berechtigt, es könnte auch diesmal alles mit neuem Namen beim Alten bleiben... [mehr]
 

192 Juli 2008 die Asse bringt es an den Tag
Selten ruft sich die Wirklichkeit zu einem solch günstigen Zeitpunkt in Erinnerung! Vielen Menschen graust es vor der nächsten Heizabrechnung; für 50 Euro fährt das Auto immer weniger weit. Wahrscheinlich wird demnächst die Schokolade teurer, weil die Preise für die Einwickelfolie steigen - Alu machen braucht halt schrecklich viel Strom. Aus unschönen Tatsachen und ihren Zerrbildern wird Politik gemacht. Landauf und landab verkünden Frau Merkel und ihre Strahlemänner ihre Ansichten zur Atomkraft. Wäre in der Politik das Bindeglied zwischen Ölfördermengen und Energiepolitik zum Beispiel die Einsicht in ökologische Notwendigkeiten, ein soziales Gewissen oder auch nur nüchterne Risikoabschätzung, dann käme kein Mensch auf den Gedanken, als Konsequenz den Weiterbertrieb von Atomkraftwerken zu empfehlen. Diese Art von politischer Rationalität muss sich wohl an anderen Interessen orientieren... [mehr]
 

191 Juli 2008 greenwash
Eigentlich wissen es doch alle: "Klimaretten mit Atom" bekommt ein doppeltes dggn. (Für diejenigen, die jetzt vielleicht nicht so genau wissen, was ein dggn ist, sei es hier kurz erklärt. Es handelt sich um den Ausdruck resolut vorgetragener Ablehnung in verkürzter Form und steht für "das geht gar nicht!".) Ein doppeltes dggn, weil zum einen die Fakten allseits bekannt sind, dass und warum die fortgesetzte Nutzung der Energie aus atomaren Zerfalls-Kettenreaktionen nicht geeignet ist, der globalen Erderwärmung etwas entgegen zu setzen. Zum anderen, weil auch die Gründe hinlänglich bekannt sein dürften, warum es besser ist, die Finger davon zu lassen, selbst wenn es aus Klimagründen sinnvoll wäre... [mehr]
 

189-190 April 2008 Klima-Schutz global
"In Klima-Dingen hat soziale Bewegung nichts zum Sagen." Nach dem g8-Gipfel in Heiligendamm war diese Einschätzung häufig zu hören. Wahrscheinlich war sie zu diesem Zeitpunkt auch berechtigt. Die Regierenden der mächtigen Industriestaaten hatten zwar substantiell auch keine Antworten auf die Frage, wie die ebenso absehbaren wie zerstörerischen Auswirkungen von 200 Jahren Industrialisierung in den Griff zu bekommen wären. Aber ihrer Botschaft, sie würden sich schon irgendwie kümmern, hatte niemand etwas ernsthaft entgegen zu setzen. Inzwischen hat sich das spürbar geändert. Das Thema ist in der Bewegungslinken angekommen. Der Umfang dieser Textesammlung liefert einen deutlichen Beweis. Wir hoffen, es fühlt sich niemand abgeschreckt von einem solch dicken Heft. Die vielen offenen Fragen verdienen eine intensive, kreative und utopische Auseinandersetzung... [mehr]
 

188 März 2008 die Tiefe der Fußstapfen
"Wer politisch aktiv werden will, muss nicht vorher drei Jahre lang Marx, Gramsci oder die neuesten Entwicklungen in feministischer oder postkolonialer Theorie studiert haben." heißt es in einem der Beiträge dieses Heftes. Das stimmt. Aber schaden kann es auch nicht, sich wenigstens ab und zu mal ein Stündchen oder auch zwei Zeit dafür zu nehmen, was wir an Lesestoff ausgegraben haben. Den verabreichen wir diesmal in etwas geballterer Form als üblich: Klima. Kapitalismus. Kritik.
 

187 Feb. 2008 der Staat auf der Lauer
Unserer Neigung zur Vollständigkeit konnten wir diesmal nicht nachgeben. Zum einem Thema "Überwachungsstaat" würden Residenzpflicht und Kontrollregime, generell rassistischer Alltag ebenso dazugehören wie der Einsatz von Militär im Innern oder die immer unschärfer werdende Trennung von polizeilichen und geheimdienstlichen Aufgaben. Mal merklich, mal unbemerkt verändert sich die exekutive Praxis. Seine Entsprechung findet dieser Wandel im öffentlichen Diskurs, in der Art und Weise, wie über Freiheit, Bedrohung und Sicherheit geredet und geschrieben wird. Das alle verschieben wir auf ein ander Mal. Mit dieser Ausgabe konzentrieren wir uns auf die Speicherung und den Austausch von Daten. Dabei schauen wir selbstverständlich nicht nur auf die vielfältigen Versuche, all das zu beschneiden, was grundlegende Voraussetzung für politisches Engagement ist, sondern fragen auch nach geeigneten Methoden, sich dagegen zur Wehr zu setzen.
 

2007

186 Dez. 2007 grenz-wert
seit in Deutschland über Atomanlagen gestritten wird, spielt die Warnung vor der Gefährdung der Gesundheit in den Diskussionen eine Rolle. Auch ohne Störfälle oder Super-GAU macht der sogenannte Normalbetrieb krank. Indizien dafür hatten kritische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler immer wieder herausgearbeitet und öffentlich gemacht - der herrschende Wissenschaftsbetrieb und die Behörden zeigten sich immun. Jetzt sorgt eine Studie des Kinderkrebs-Registers in Mainz dafür, dass dieser Verdacht nicht weggewischt werden kann. Das Institut für Medizinische Statistik und Dokumentation, das die Studie durchgeführt hat, steht nicht gerade im Ruf einer besonders kritischen Haltung gegenüber der Atomtechnik. Im Gegenteil: der langjährige Direktor hat sich immer wieder profi liert als Lautsprecher der Unbedenklichkeit. Auch die Art, wie seine Nachfolgerin die Arbeit des eigenen Hauses nun in Frage stellt, spricht eine deutliche Sprache. Ihr passt das Ergebnis nicht... [mehr]
 

185 Okt. 2007 desaster im superlativ
da kommt der Gabriel daher und erzählt uns tatsächlich einen vom Pferd: Mit Gorleben haben die Betreiber bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager auf ein einziges Pferd gesetzt. Dabei wissen sie doch gar nicht, ob das nicht vielleicht beim Rennen die Lust verliert. Oder zwischendrin lahm geht. Oder von einem Richter erschossen wird. Nein, das ist wirklich nicht klug. Mehr Pferde müssen ins Rennen! Deshalb braucht es ein Auswahl-Verfahren. Sagt Gabriel. (Mehr dazu in diesem Heft.) Seine Metapher ist unvollständig. Wenn die Sache erst mal läuft, gehen die Gäule auch schon mal mit einem durch. Einer, dem die Karren so tief im Dreck stecken, sollte das eigentlich wissen. (Mehr: umblättern, lesen!)
 

184 Okt. 2007 erneuerbare energie als weltware
Bei den Atomikern dürften sich einige die Hände gerieben haben, als das Thema Palmöl sich im Frühsommer plötzlich bei den Medien großer Beliebtheit erfreute: von der jungen Welt über taz, FAZ, Zeit, Welt bis zur Neuen Osnabrücker Zeitung berichteten alle darüber, dass es auch beim Einsatz nachwachsender Rohstoffe unschöne Erscheinungen gibt. Tortillapreise, Biodiesel und Brandrodung waren mit einem Mal Gegenstand (berechtigter) Erörterung. In der Auseinandersetzung um zukünftige Energiepolitik wird die Gunst der öffentlichen Meinung als wichtiges Mittel genutzt. Und in den Augen der Stromriesen hatten die Erneuerbaren Energien auf diesem Feld einfach zuviele Pluspunkte gesammelt. Von daher dürfte ihnen gefallen haben, dass das Bild von der sauberen Alternative Schaden genommen hat... [mehr]
 

183 Sept. 2007 die Macht der Riesen
als wirklich riesiger Kerl wird er im ersten Buch Samuel beschrieben: sechs Ellen und eine Spanne hoch, einen Helm aus Erz auf dem Kopf und einen Schuppenpanzer am Körper, der allein 5000 Sekel wiegt, eherne Schienen an den Beinen und einen ehernen Schild zwischen den Schultern. Vierzig Tage lange zieht er jeden Morgen vor das Lager, um seine Stärke zu präsentieren und Spott und Hohn zu gießen über die Kraftlosigkeit seiner Gegner. Keiner kann es mit ihm aufnehmen, so viel ist deutlich. Über mehr als vierzig Jahre sind die Riesen immer größer und mächtiger geworden; ihre Reden von der Verlängerung der Laufzeiten bewegten sich in den letzten Jahren zwischen Prahlerei und der gelassenen Beschreibung ihrer Selbstwahrnehmung. Einer von ihnen ist jetzt für einen Moment deutlich wahrnehmbar ins Wanken geraten; da braucht mir niemand erzählen, es würden sich nicht alle wünschen, der kleine Ziegenhirte mit seiner Zwille würde ihm nicht lediglich einen Treffer verpassen. Nein, ganz fix soll der auch mal den Kopf abschlagen... [mehr]
 

181-182 Juli 2007 stören wir?
Tausende dringen in die kilometerbreite Zone eines Demonstrationsverbots ein und heben durch ihre Anwesenheit den Status verhängter Demokratiefreiheit auf: darüber berichten wir. Oder darüber, dass sich rund um Heiligendamm herum Menschen auf verschiedenste Art darum bemüht haben, wenigstens für einige Tage den Alltag zu entschleunigen. Auch, was ihre Begründungen dafür sind. Ist solche Berichterstattung eine nachträgliche Belobigung ordnungswidrigen oder strafbaren Handelns? Soll sie darum mit Mitteln offener oder verdeckter Repression verfolgt werden? Wer sich die Ermittlungen näher anschaut, in deren Rahmen die vierzig Hausdurchsuchungen vor dem g8-Gipfel stattfanden, muss den Eindruck gewinnen, dass bei den beteiligten Behörden mit Überlegungen dieser Art nicht nur gespielt wird... [mehr]
 

180 Mai 2007 Jahrestage
Geschichte wird gemacht. Dazu eine Anekdote: vor 35 Jahren erschien zum letzten Mal die Szenezeitung "agit 883" aus Westberlin, Vorbild für unzählige Stattzeitungen und bedeutendes Medium für das Projekt linke Gegenöffentlichkeit. Dies als Anlass nehmend ist jetzt ein Buch mit immerhin 296 Seiten inclusive CD erschienen. (Aus Platzmangel haben wir es im Heft leider noch nicht weiter würdigen können.) Als wir den Herausgeber fragten, was sein Anliegen für diese Retrospektive gewesen sei, bekamen wir als Antwort: "wir wollten das erzählen, bevor es ein anderer erzählt." Eine Brokdorf-Veranstaltung, die kürzlich stattfand, gibt dieser Haltung Recht: Geschichte wird gemacht von denen, die die Erzählung organisieren. Unter der Regie einer jugendlichen Bundestagsabgeordneten wurden in Wilster ZeitzeugInnen auf ein Podium gesetzt, ausgewogen ausgewählt, versteht sich... [mehr]
 

179 April 2007 was die g8 mit Atomkraft zu tun haben
die Übereinstimmung war schnell hergestellt: klar hat der g8-Gipfel etwas mit Energiepolitik zu tun, und - was für uns antiAtom-Bewegte wichtig ist - natürlich werden in Heiligendamm auch Weichen gestellt, auf denen für die Atomlobby der Zug abgehen soll. Und wenn sich soziale Bewegungen aus der ganzen Welt aus diesem Anlass ein Stelldichein geben, dann ist ebenso klar, dass die antiAtomBewegung als eine der ältesten in der Bundesrepublik dort in Erscheinung treten muss. Also wurde auf der Frühjahrskonferenz in Berlin verabredet, einen Aufruf zu schreiben. Die verschiedenen Gruppen wollten in den Wochen danach ihre Entwürfe aufeinander abstimmen, Arbeitstitel: "warum die antiAtom-Bewegung gegen den g8 mobilisiert". Ein Flugblatt wird es geben, klar und knapp, überzeugend und anregend formuliert. Soweit der Plan, so gut. Vor vielen Jahren wäre an dieser Stelle der Streit um die richtige Linie losgegangen... [mehr]
 

177-178 Feb. 2007 Castor-Dokumentation November 2006
Mitten in einsamer Gegend steht der MMKW, der Mobile Musik Kampf Wagen. Wo normalerweise sonst nichts ist als reichlich Landschaft findet ein Konzert des antiAtom-Widerstands statt. "open your eyes!" rapt bazillus_pe, einer der Musiker, "denn es gibt zu viel auf dieser welt, was medien nicht berichten. - drum kann ich auf fünf sinne, meinen verstand nicht verzichten. - muss die dinge selber erkennen und für mich belichten... [mehr]
 

2006

176 Dez. 2006 Einbruch - in tiefer geologischer Formation
Einbruch begehen oder Einbruch erleiden? Geht es beim "Einbruch in tiefer geologischer Formation" um die Geschichte von Leuten, die eingedrungen sind, wohin sie eigentlich nicht dürfen, und nun darauf hoffen, daß es sie nicht allzu hart erwischt? Oder wird erzählt von welchen, die sich unbedacht auf dünnes Eis begeben haben, - und plötzlich hängen sie drin und wissen nicht mehr, wie raus? Zumindest einer unserer Autoren hat sich entschieden: "Es erfasst mich jedesmal unbändiger Zorn, wenn ich mich daran erinnere, wie das Desaster begonnen, und wer es verursacht hat." sagte er kürzlich bei einem Vortrag zur Situation in der Asse. Dort hat der Einbruch des Wassers ins Atommülllager eine Größenordnung, daß wenigstens für überlegten Umgang mit dem Dilemma noch eine kleine Chance bestände... [mehr]
 

175 Okt. 2006 Biblis, Brunsbüttel, Gorleben: Energiepolitik wird hier verhandelt
Ist es in Ordnung, die Nachbarin so richtig unter Druck zu setzen, wenn sie immer noch nicht den Anbieter gewechselt hat? Über Fragen wie diese gibt es im Wendland zur Zeit Diskussionen. Seit die Vertreter der Atombranche auch öffentlich zu verstehen gegeben haben, was sie von einem "Konsens" halten, gibt es eine Antwort aus der antiAtom-Gemeinde: den Atomausstieg selber machen! heißt ein guter Slogan. Gut deswegen, weil er daran erinnert, daß in einer gesellschaftlich wichtigen Auseinandersetzung jede und jeder eingreifen kann. Zum anderen gut auch deswegen, weil er Illusionen über die Möglichkeiten von Stellvertreterpolitik beschädigt, die viel zu lang von deren NutznießerInnen geschürt worden sind. Aber wie geht das noch mal: den Ausstieg selber machen? Dauert es wirklich nur fünf Minuten, sind es wirklich nur drei Klicks im Internet?... [mehr]
 

174 Sep. 2006 Not-Strom - überfällige Konsequenzen aus Forsmark und Brunsbüttel
"Seid doch mal positiv!" Die aaa sei schon von ihrem Namen her zu negativ, wurde uns kürzlich gesagt, so anti. Vornehmes Ziel einer Bewegungszeitschrift, so lautete der wohlmeinende Rat, sei es, die Erfolge eben dieser Bewegung aufzuzeigen. Nicht nur, daß die Leute sowas lieber lesen, nein, wir selbst könnten auch viel zufriedener leben. Jenseits der Frage, ob es angemessen ist, in einer Welt, so wie sie ist, zufrieden zu leben, wäre herauszufinden, was das eigentlich ist: ein Erfolg. Nehmen wir als Beispiel mal Brunsbüttel! In Forsmark hantieren Elektriker im Umspannwerk. Ein Lichtbogen, den sie dabei verursachen, läßt den Reaktor an einer Katastrophe nur knapp vorbeischrammen. Umweltengagierte sorgen nun durch beharrliches Nachbohren und die Veröffentlichung intimer Kenntnisse der Vorgänge dafür, daß die Atomaufsicht die Parallelen zum Atomkraftwerk in Brunsbüttel zur Kenntnis nehmen muß... [mehr]
 

172-173 Juli 2006 Beute & Versprechen
Es geht eben nicht immer alles glatt. Erstmal klingt der Gedanke bestechend richtig, und eigentlich auch unkompliziert: Leute aus der einen tun sich mit Leuten aus einer anderen sozialen Bewegung zusammen, schauen, wo sich Fragestellungen und mögliche Handlungsfelder überschneiden, und werden dann gemeinsam aktiv. Zum Beispiel bereiten sie miteinander einen Bundeskongreß vor. Soll der Gedanke in Praxis umgesetzt werden, dann treffen Menschen aufeinander, Menschen aus höchst unterschiedlichen politischen Kulturen. Daß Gepflogenheiten und Zielvorstellungen unterschiedlich sind, braucht eigentlich nicht zu verwundern: in der antiAtom-Bewegung hat sich über die vielen Jahre der Wunsch nach grundlegender Veränderung mit der Vorstellung verbunden, daß in die Umsetzung viele verwickelt werden müssen. Stärke des Bundeskongreß Internationalismus - so war unser Eindruck - ist es eher, sich auf dem Parkett der Universitäten zu bewegen und die Möglichkeiten des Wissenschaftsbetriebs zu nutzen... [mehr]
 

171 Mai 2006 Wer den Hut aufhat
"Iran - Anreicherung", so haben wir vor gut einem Jahr unsere aaAusgabe 161 genannt. Verkürzt gesagt ging (und geht) es um das ungleich verteilte Recht von Staaten, die Welt an den Rand des Abgrunds zu bringen. Dieses Thema hat nicht aufgehört, uns in Atem zu halten. Und es nicht die ungleiche Verteilung, die uns stört. Unter dem gleichen Arbeitstitel machen wir jetzt, am 26. Mai, gemeinsam mit der Bundeskoordination BuKo eine Veranstaltung auf dem BuKo, also dem Bundeskongreß Internationalismus in Berlin. Dazu laden wir dringend ein. Die Vorbereitung auf diesen Freitagabend nach Himmelfahrt hat bereits gezeigt, daß mit spannenden Diskussionen zu rechnen ist. Der internationale Streit darüber, ob in der iranischen Anlage in Natanz Uran angereichert werden darf, läßt sich verstehen als die Frage, wer den Hut aufhat. Diese -zugegebenermaßen saloppe - Deutung wollten wir gerne ins Bild setzen. Auf der Suche nach geeignetem Material hierfür sind wir auf ein Kinderbuch gestoßen... [mehr]
 

170 April 2006 Ja zum nein
Vor 5.000 streikenden VW-Leuten zieht Björn von der IG Metall einen Vergleich. "Stellt Euch mal vor, die Werkleitung würde beschließen, daß es in den kommenden 80 Jahren zu keinem Unfall mehr hier auf dem Werksgelände kommen darf. Es wäre zwar toll, wenn es dann auch so käme, aber leider ist das vollkommen unrealistisch, das wissen wir alle hier. Aber genau das wollen uns die Befürworter von Schacht Konrad einreden", daß nicht passiert, was nicht passieren darf - wenn nur eine Autorität einen entsprechenden Beschluß faßt. Für den IG-Metall-Gewerkschafter ist das kurz und bündig "verantwortungsloser Schwachsinn!" (Für diejenigen, die nicht zufällig die Notiz in den Nachrichten mitbekommen haben, muß die Situation wohl kurz erläutert werden: eine Woche nach dem Endlager-Urteil aus Lüneburg reagierte die Belegschaft bei VW Salzgitter mit einer Arbeitsniederlegung auf die Entscheidung. Aber dazu mehr im Heft.) Solche Vergleiche braucht es vermutlich, um mit sehr vielen Menschen gemeinsam zu realisieren, was es bedeutet, wenn das Wirklichkeit wird, was die Regierung beschlossen und das Gericht jetzt bestätigt hat... [mehr]
 

168-169 Feb. 2006 Castor-Dokumentation November 2005
"Am meisten hat mich bei diesem Castor das Bild beeindruckt, als am Tag vor dem Schienentransport meine ganze Küche voller Männer saß, die Wolle zu Knäueln wickelten." erzählt eine Bäuerin beim Nachbereitungstreffen der Castorgruppe. Eine solche Szene konnte sie sich bis dahin nicht vorstellen. Ob die Erlebnisse der Transporttage wohl auch Festgefahrenes ins Wanken bringen, Unerwartetes möglich machen? Leider hat in diesem Augenblick niemand daran gedacht, ein Foto zu machen. Sie wird das Bild im Kopf behalten müssen. Vermutlich sind die Fotos hinter der Netzhaut ohnehin die dauerhaftesten. Sie haben nur den großen Nachteil, daß wir sie mit niemandem teilen können. Deshalb können wir auch froh sein, daß in ungezählten Momenten der Atompolitik jemand auf den Auslöser drückt - den des Fotoapparats, wohlgemerkt!... [mehr]
 

2005

167 Dez. 2005 Tag für Tag
zwischen Castor und Silvester entstanden ist die Idee vor Jahren als Notlösung: nach dem Castor war so vieles aufzuräumen und zu erledigen, daß für eine normale aaAusgabe einfach keine Zeit war. Also wurde kurzerhand ein Kalender zusammengestellt... [mehr]
 

166 Nov. 2005 atom-macht
Es gibt Themen, bei denen es einfach nicht gelingt, in einem Editorial plausibel, kurz und bündig zu erklären, was es damit auf sich hat. Das Thema: "welchen Anteil hatten Forschung und Entwicklung im national-sozialistischen Deutschland an der Entstehung der Atombombe?" ist so eines. Mehr Fragen tun sich auf, als wir Antworten liefern können. Aber müssen wir das eigentlich? Was ist dran an der Darstellung, in Deutschland sei von verschiedenen Gruppierungen mit jeweils eigener Interessenlage und unterschiedlichem "Erfolg" am Projekt einer Atombombe gearbeitet worden? Wie glaubhaft ist die Behauptung, auf Rügen und in Thüringen habe es Testzündungen gegeben? Was stimmt an der Geschichte mit dem U-Boot, das zentnerweise hochangereichertes Uran nach Japan transportieren sollte, statt dessen aber das Manhattan Project der US-Regierung in die Lage versetzte, Hiroshima und Nagasaki zu vernichten? Und wenn, was wir nicht ausschließen möchten, die bisherige Geschichtsschreibung an diesem Punkt erstunken und erlogen war - was bedeutet das? Ändern sich dadurch Haltungen?... [mehr]
 

165 Sep. 2005 beschlaaagnahmt
die Sonne war uns weg gekommen. Als wir mit diesem Heft anfingen, da fehlte - unter anderem - das Sonnengesicht, das sich spritzig ins kämpferisch gereckte Fäustchen lacht. Zusammen mit viel anderem Material, das wir eigentlich für die inhaltliche Gestaltung und das Layout dieser Ausgabe brauchten, wurde es richterlich verfügt davongetragen. Aber ebenso, wie sich ganz fix Aushilfs-Rechenkapazität eingefunden hat, um die beschlagnahmten Computer vorübergehend zu ersetzen, haben sich auf unseren Hilferuf lachende, grinsende, zähnefletschende antiAtom-Sonnen gemeldet, die den Platz in unserem Titelseitenkopf einnehmen wollen. Und weil ja gerade soviel von Wahl geredet wird, bieten wir jetzt auch Alternativen: das antiAtom-Symbol, das am ehesten Deine Laune widergibt, wenn Du morgens beim Zähneputzen in den Spiegel siehst, darfst Du Dir ausschneiden. Oder ankreuzen, ganz wie Du willst. Vielleicht hilfts ja.
 

163-164 Juli 2005 UTOPIE statt Hängen und Würgen
wenn es auf Wahlen zugeht, wird immer wieder gerne Rosa Luxemburg zitiert. Die fand bekanntermaßen die Revolution großartig. "alles annere is Quaak." heißt es dann weiter im Hessischen. Deswegen die Frösche auf den nächsten Seiten; sorry für den Kalauer! Das mußte mal sein. Durch die Castortransporte von Rossendorf nach Ahaus ist aus diesem Heft unvorhergesehen eine schöne dicke Doppelnummer geworden... [mehr]
 

162 Juni 2005 "Sicheres Endlager gesucht!"
Vor zwanzig Jahre stand die Unendliche Geschichte bereits schon einmal in der Zeitung; eine hier abgedruckte Rede wurde vor 28 Jahren gehalten, das einleitende Gedicht ist noch älter. Und doch haben wir das aktuelle Titelthema nicht als Nostalgie-Versuch angelegt, sondern uns bei der Auswahl der Texte daran orientiert, was bei einer heutigen Debatte über die Aufbewahrung gefährlicher Stoffe nicht fehlen darf. Wenn wir uns vor Augen halten, wie lange das Thema seine Brisanz behalten wird, sind dreißig Jahre im Übrigen ein Klacks. Es gibt Argumente, die mit zunehmendem Alter nicht schlechter werden. Ganz neu dagegen sind die Worte über die Asse: nicht, weil die wiedergegebenen Vorträge vor gerade mal drei Wochen gehalten wurden. Neu ist vor allem die Offenheit, mit der von den Verantwortlichen das Desaster dargestellt wird. Langsam aber sicher läuft die Grube voll... [mehr]
 

161 April 2005 Iran-Anreicherung
Bei dem Bildmaterial, das wir zum Thema: "warum die einen dürfen, was die anderen nicht sollen" gefunden haben, war auch ein Banner aus dem Internet. Die kleine Grafik ist so verschwommen, daß sie sich eigentlich nicht drucken läßt. Anderseits paßt das so gut zu der Aufforderung, die daneben steht, daß wir es trotzdem tun: Auf keinem Auge blind! steht bezeichnender Weise daneben. Der Wunsch ist nachvollziehbar, alles wäre klar zu sehen. Es wäre einfacher, wenn die Welt in gut und böse aufzuteilen wäre... [mehr]
 

160 März 2005 Urananreicherung Gronau - Weichenstellung für Atomfabrik Gronau
nun sind die Weichen also gestellt: wenn die juristischen Bemühungen gegen die Erweiterungsgenehmigung keinen Erfolg haben, dann wird demnächst in Gronau soviel Uran angereichert, dass 189 Prozent der zivilen Atomanlagen der Bundesrepublik damit beliefert werden können. Was natürlich völliger Quatsch wäre: mehr als alle kann kein Mensch versorgen. Und andere als zivile Atomanlagen gibt es in Deutschland nicht, oder doch? Neinnein, - wir werden hier keine Gerüchte in die Welt setzen. Die BRD ist kein Schurkenstaat, neinneinnein. Und dass die Atomwirtschaft immer global, oder zumindest im europäischen Maßstab betrachtet werden muss, das haben wir inzwischen verstanden. Was heißt da schon Ausstieg? Die Firma Urenco beglückt den weltweiten Markt der Atomjunkies, und die rotgrünen Regierungen in Düsseldorf und Berlin nicken dazu... [mehr]
 

158-159 Feb. 2005 Castor-Dokumentation November 2004
Möglich wäre auch ein ganz dünnes Heft gewesen. Es hätte durchaus sein können, dass sich bei der nunmehr achten Wiederholung nicht mehr allzu viele aufmachen, um sich dem Atommüll-Transport nach Gorleben in den Weg zu stellen. Der Vorgang ist inzwischen alles andere als neu; andere Themen haben im vergangenen Jahr viel Aufmerksamkeit für sich in Anspruch genommen. Um so bemerkenswerter ist es, dass die Bereitschaft zum praktischen Widerstand gegen die Atompolitik an dieser Stelle eher zu- als abnimmt. Diese Dokumentation jedenfalls ist nicht nur dick geworden, sondern auch prall voll von den verschiedensten Versuchen, der herrschenden Ordnung etwas entgegen zu setzen... [mehr]
 

2004

157 Dez. 2004 über den Umgang mit dem Tod
zu keinem anderen Thema sind so viele Texte bei uns angekommen wie zur Tötung eines Demonstranten während des letzten Castor-Transports nach Gorleben. Sébastien Briat wurde von der Lokomotive überrollt bei dem Versuch, mit einer Ankett-Aktion die Weiterfahrt des Atommüllzugs zu behindern. Ganz offensichtlich ist es vielen ein Bedürfnis, sich zu diesem Tod zu äußern. Es ist schwer, das zu tun. "Uns fehlen die Worte." sagen einige, und machen dann doch welche. Manche Erklärungen stellen Zusammenhänge her: zu dem System, den Verhältnissen, dem Staat, der Atomwirtschaft. Nach dem Wortlaut ließe sich das abtun als etwas, was die Schreibenden ohnehin schon immer sagen wollten. Mit vielen haben wir gesprochen und wissen, daß sich hinter dem, was ausschaut wie eine kaltherzige Politverlautbarung, tiefe Anteilnahme und intensive Beschäftigung verbirgt... [mehr]
 

156 Okt. 2004 Vorbereitung auf den Gorleben-Castor
Wann kommt der Castor? Das Castor-Orakel schweigt - noch. Seit die Menschen angefangen haben, über Atomtransporte zu sprechen, stellen sie sich Jahr für Jahr immer neu die gleiche Frage: wann fährt der Castor los? Um dieses wiederkehrende Rätsel zu lösen, entstand vor einiger Zeit der Brauch, das Tag-X-Orakel zu befragen: Alle zogen sich ihre besten Sachen an: die Schulferienplanerinnen der Bundesländer, die Manager der Fußball-Bundesliga, die Leute vom Gaststätten- und Freizeitgewerbe, die Gewerkschaft der Polizei, die Oberen aus den Parteien, die Schlauen von der Gesamteinsatzleitung, sie alle machten sich auf den Weg zum Orakel und trugen ihre Anliegen vor: Wetter, Ferien, Wahlen, Überstunden, Strategien. Das Orakel hörte sich alles an, erwog es unter seinem Herzen und sagte dann: der Castor fährt am 10. November los - beispielsweise im Jahr 2003. Und so wurde es dann gemacht... [mehr]
 

154-155 Sept. 2004 Energie im Zugriff
eine Sateliten-Kamera, die in der Lage wäre, den Energieverbrauch in allen Teilen der Erde aufzuzeichnen, würde in etwa oben stehendes Bild liefern. (Mit unserer Bildbearbeitung haben wir die Länder, die bei dieser Verteilung zu kurz kommen, deutlich aufhellen müssen, damit sie überhaupt zu sehen sind.) Da eine Karte mit den naturgegebenen Vorkommen von Energieträgern gänzlich anders aussehen würde, beschäftigt sich unser Titelthema zunächst mit Energie als Beutegut im weltweiten Maßstab. Zu einem anderen Aspekt von Energie-Aneignung gehen wir im Weiteren über: ist es möglich, die alleinige Verfügungsgewalt über Energie den großen Vieren zu entziehen? Eine ausführliche Analyse untersucht die politischen Versuche, auf dem Gesetzesweg Veränderung herbeizuführen und dabei alles beim Alten zu lassen... [mehr]
 

153 Juli 2004 nachhaltig Begriffe besetzen
nur komplett auf den Kopf gestellt läßt sich in dem Bild keine Perspektive herstellen, die stimmt. Aber sonst bietet Maurits Escher alles an: ob mensch die Sache nun von links betrachtet oder von rechts oder meinetwegen auch aus der Mitte, immer finden sich Anhaltspunkte dafür, daß diese gesichtlosen Leute schon richtig gehen. Irgendwie. Relativität hat er das Bild genannt für den Fall, daß nicht auch so schon alle die Botschaft verstanden haben. Politik, so lernen wir spätestens von den Zapatistas, ist auch der Kampf darum, in einer Welt voller verschiedener Aspekte dafür zu sorgen, daß möglichst viele die eigene Betrachtung teilen. Und dafür gibt es gute Gründe: Nicht alle Widersprüche lassen sich als perspektivische Fehldeutung auflösen. Mit manchen Dingen kann es eben wirklich rasant bergab gehen. Damit sind wir beim Thema dieser Ausgabe. Das Wetter zum Beipiel kann dafür herhalten, daß dringend Atomkraftwerke gebaut werden. Oder dafür, daß alle sofort stillzulegen sind. Oder - in der Mitte - daß mensch mal abwartet, was passiert, wenn sich eh nichts daran ändern läßt. In diesem Heft soll es darum gehen, wie verheerend sich die falsche Perspektive auswirken kann... [mehr]
 

152 Mai 2004 vom Nutzen der Geschichte
"Wir stürmten voran, ohne uns umzuschaun" heißt es fast schwärmerisch in einem Buch über die Geschichte der anti-AKW-Bewegung. Mit einem Abstand von 22 Jahren erzählt in "... und auch nicht anderswo" ein Aktivist aus den Jahren des Aufbruchs, erinnert sich dabei an die eine oder andere Episode und erklärt, was richtig und falsch war. Beim Lesen entsteht der Verdacht, dass hier einer beklagt, was heute nicht ist, beschreibt, was er sich für morgen wünscht, und hierfür die Erzählung nutzt, wie es gestern war. Ist das falsch? Soll einer nicht darüber klagen, wie es heute ist? Sagen, was ihm wünschenswert scheint? Vielleicht ist es einfach nur notwendig, sich von der Vorstellung zu befreien, Geschichte würde jemals erzählt oder geschrieben ohne Zweck. Dann ist es - zumindest für uns, die wir dieses Heft zusammengestellt haben - faszinierend zu sehen, was alles gewesen ist. Bei manchen der Texte, auf die wir gestoßen sind, mussten wir zweimal hinschauen, ob sie tatsächlich vor vielen Jahren und nicht gerade eben geschrieben wurden...
 

151 April 2004 re-naissance oder re-nez-ance?
re-naissance oder re-nez-ance? Erlebt der alte Dinosaurier Atom-Technik eine Wiedergeburt? Schlüpft wirklich demnächst die herbeigesehnte vierte Generation der Reaktoren und bringt Wohlstand und Glück über die gesamte Erde? Oder wird hier geflunkert, daß den Herren die Nase wachsen sollte wie einst dem Pinocchio?
 

150 März 2004 Ausstiegs-Nebel
Unser Themen-Schwerpunkt Nebel geht gerade in Druck, da kommt aus dem Bundesumweltministerium die Pressemitteilung: "Das Konzept der Betreiber, Atomkraftwerke durch künstlichen Nebel vor drohenden terroristischen Flugzeugabstürzen zu schützen, ist in seiner derzeitigen Form nicht geeignet, den Schutz der Anlagen deutlich zu verbessern." Der BUND hat mit der Veröffentlichung einer Studie dafür gesorgt, daß wieder - dem Konsens zum Trotz - in der BRD über die Gefahr gesprochen wird, die von Atomanlagen ausgeht. In diesem Streit stellt sich das BMU nun scheinbar auf die Seite der Verbände und "wagt" die Konfrontation mit Landes- Umweltministerien und Betreibern. Die Nebelwände, sagt die Pressestelle der Regierung, seien nicht das richtige Mittel. Eine Nebelgranate mehr! Die aufgeplusterte Diskussion darüber, wie Atomanlagen geschützt werden können gegen Gefahren von außen, lenkt von den Fragen ab, um die es eigentlich geht: wie können die Menschen geschützt werden gegen die Gefahren aus dem Inneren eines Reaktors?... [mehr]
 

148-149 Feb. 2004 Castor November 2003 - Zug um Zug
"Zug um Zug" sollen Fakten geschaffen werden: mit jedem Castor-Transport ins "Zwischen"-lager Gorleben steigen die Begehrlichkeiten, den nahe gelegenen Salzstock zum Endlager zu erklären - allen Erkenntnissen zum Trotz, daß eine sichere Lagerung gar nicht möglich ist. Der schleichenden Zementierung des Standorts Gorleben stellen (und setzen) sich Menschen entgegen - Zug um Zug. Kommt der Castor, dann zeigt der Staat sein Polizei-Gesicht. Das haben die Menschen im Wendland immer wieder erfahren. Das empört noch immer. Aber es macht nicht mehr fassungslos. Von Mal zu Mal entwickeln sich im Widerstand Strategien, die es möglich machen, auch trotz Überwachung, Schikane und Entrechtung durch die Polizei Würde und Souveränität zu behalten.
 

2003

147 Dez. 2003 Kalender - anti atom bleibt aktuell
146 Nov. 2003 Vorsicht Gleisarbeiten
145 Okt. 2003 energisch einmischen?
143-144 Juli 2003 unterwegs gegen (atomare) Rüstung und Militarisierung
142 Juni 2003 Europa verfasst sich
141 Mai 2003 Mitmach Theater: Phase III der Endlager-Suche
140 April 2003 Stand der Bewegung
139 März 2003 Pläne für eine Erweiterung: UAA Gronau
137-138 Feb. 2003 Castor im Dutzend: November 2002

2002

136 Dez. 2002 Grauzone: zivil - militärische Nutzung
135 Nov. 2002 Anna fönen - Felix baden - Castor stoppen
134 Okt. 2002 Hochwasser im Endlager (Asse II)
132-133 Aug. 2002 Atom-Waffen
131 Juli 2002 Herrschafts-Zeiten Schacht Konrad
130 Juni 2002 Veränderungen auf dem Stern der Kriege
129 Mai 2002 Einübung der Ausnahme
128 April 2002 Temelin - ein ungeliebtes, ein umstrittenes, ein wichtiges Thema endlich angepackt
127 Jan. 2002 November Castor

2001

126 Dez. 2001 begreifen, angreifen, übergreifend
125 Nov. 2001 Herbst-Konferenz in Leipzig
124 Okt. 2001 Castor im Schatten des Krieges
123 Sep. 2001 (Eingetragenes Warenzeichen) autonom
122 Aug. 2001 Endlager - Suche in Europa
121 Juni 2001 Wie geht es weiter?
119/120 Mai 2001 Dokumentation: Castor - Atomtransporte nach Gorleben und zu den Plutoniumfabriken 2001
118 März 2001 Gesundheit
117 Jan. 2001 Atomwaffen

2000

116 Dez. 2000 bilder macht sprache
115 Nov. 2000 atom global
114 Okt. 2000 Castor-Alarm!
113 Sep. 2000 Argumente: Gute Gründe für die sofortige Stillegung aller Atomanlagen! Vergriffen
112 Juli 2000 "Zwischen"-Lager: Castor Lager all über all = rot-grüner Konsens
111 Juni 2000 Anti-Expo
110 Mai 2000 Konferenz-Nachlese
109 März 2000 Hinter der Strahlung steht der Wert - Reader zur Frühjahrskonferenz
108 Feb. 2000 Neue soziale Bewegung(en)

1999

107 Dez. 1999 Urantransporte
106 Nov. 1999 Tokai-Mura... und ca. 435 weitere Gründe für die sofortige Stillegung aller Atomanlagen
105 Okt. 1999 Castor, Grenze und Nation
104 Aug. 1999 Atomkraft in Osteuropa
103 Juli 1999 Ausstieg und Arbeit(splätze)
101/102 Mai 1999 Gegen den Krieg in Jugoslawien
100 April 1999 Medien der Anti-AKW Bewegung, 100. Ausgabe der anti atom aktuell
99 März 1999 Kunst und Kultur in sozialer Bewegung, incl. Reader zur Frühjahrskonferenz in Heidelberg
98 Feb. 1999 Atompolitik im euro-Europa

1998

97 Dez. 1998 (Wie) funktioniert ein Atomkraftwerk?
96 Nov. 1998 Ahaus ist nicht Auschwitz
95 Okt. 1998 Reader zur Herbstkonferenz 1998 in Berlin
94 Aug. 1998 Wiederaufarbeitung
93 Juli 1998 Über GRÜNE Vorstellungen zum Bundestags-Wal
91/92 Mai 1998 Dokumentation des Atommülltransportes von Neckarwestheim und Gundremmingen nach Ahaus
90 April 1998 Reader zur Frühjahrskonferenz in Erfurt
89 März 1998 Stop Castor aus Neckarwestheim und Gundremmingen nach Ahaus
88 Feb. 1998 Esoterik und Spiritualität in linker Politik
87 Jan. 1998 Brennstoffspirale: Vom "Yellow Cake" zum Brennelement

1997

85/86 Dez. 1997 Wirtschaftsverflechtungen der Atommafia
84 Okt. 1997 nix mehr: Kampagne gegen Atomtransporte, Reader zur Herbstkonferenz in Göttingen
82/83 Sep. 1997 Knackpunkte: Ausführliche Darstellung aller noch vorhandenen Atomanlagen in der Bundesrepublik!
81 Aug. 1997 Kernfusion Vergriffen
80 Juni 1997 Gen- & Atomtechnik
79 Mai 1997 Castor zur WAA  Vergriffen
78 April 1997 Atom-Konsens bleibt Nonsens
Beschwerliche Reise für ein SIX-Pack  Vergriffen
77 Feb. 1997 Geschichte der Anti-AKW-Bewegung  Vergriffen

1996

75/76 Dez. 1996 Das Uran muß in der Erde bleiben!  Vergriffen
74 Nov. 1996 Widerstand: Ziele, Formen, Inhalte  Vergriffen
73 Sep. 1996 Reader zur Herbstkonferenz in Hamburg
71/72 Juli 1996 Dokumentation zum Tag X hoch zwei
70 Juni 1996 10 Jahre nach Tschernobyl
69   April 1996 Gorleben aktuell
sowie 10 Jahre nach Tschernobyl  Vergriffen
68   März 1996 Atomtransporte  Vergriffen
67   Feb. 1996 Kriminalisierung  Vergriffen
66   Jan. 1996 Atomtests & Atomwaffen  Vergriffen

1995

65   Nov. 1995 Reader zur Herbstkonferenz in München  Vergriffen
63/64   Okt. 1995 Gesundheit
61/62   April 1995 Reader zur Frühjahrskonferenz Vergriffen
60   März 1995 Atomwaffen-Sperrvertrag Vergriffen
59   Jan. 1995 Konsensgespräche Vergriffen

ältere Ausgaben ohne Titelthema

54/55 Sep. 1994 Dokumentation zum Tag X  Vergriffen
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