Japan- Tomioka:
Präfektur Fukushima


Endlager für schwach-und mittelaktive Abfälle in Betrieb

In Tomioka, nur wenige Kilometer südlich vom havariertem AKW Fukushima Daiichi, wurde am 17. November ein Endlager für radioaktive Dekontaminierungsabfälle in Betrieb genommen. Hierunter fällt u.a. Klärschlamm, Reisstroh und Asche aus der Müllverbrennung mit Cäsiumwertkonzentrationen zwischen 8000 und 100.000 Bq/kg.

Die etwa 9,4 ha große Grube, die nun mitten in der bergischen Landschaft der beiden Ortschaften Futaba/Tomioka klafft, gleicht nahezu einem Tagebau. Die Grube wurde mit einer zweifachen Kunststofffolie ausgelegt. Darin soll dann der Atommüll geschichtet werden; dazwischen weiteres Material zur Abschirmung.

Bis Ende September betrugen dies Abfälle rund 200.000 Tonnen in 11 Präfekturen landesweit. Mit 170.000 Tonnen befindet sich der größte Teil des Abfalls in der Präfektur Fukushima selbst. Insgesamt sollen dort etwa 720.000 Tonnen gelagert werden, die von 106 Standorten in 33 Gemeinden stammen. Gemäß der Richtlinien des Umweltministeriums sollen sich alle Präfekturen gleichermaßen an der Entsorgung beteiligen. Jedoch ist Fukushima die einzige Präfektur, in der die Entsorgung bereits begonnen hat, da die Regionalregierungen anderer Präfekturen auf Widerstand in der Bevölkerung gestoßen sind.

Die Abfälle werden nicht nur aus der Präfektur Fukushima, sondern auch aus den 12 umliegenden Präfekturen per LKW in schwarzen Kunststoffsäcken angeliefert. Im Endlager Tomioka werden die Säcke dann in Beton eingegossen und in einer Grube verbuddelt. Laut dem Umweltministerium und der Präfekturverwaltung sei diese Maßnahme ausreichend. Demnach würde angeblich keine Radioaktivität in das umliegende Erdreich gelangen. In der lokalen Bevölkerung und bei den Umweltverbänden stößt das Endlager jedoch weiterhin auf große Ablehnung. Denn besonders bizarr an der Sache ist nämlich auch die Aufhebung des Evakuierungsbefehls für Tomioka mit Wiederanbindung an den öffentlichen Nahverkehr seit Oktober dieses Jahres.@

 

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