Wir ertrinken nicht!
Wir kämpfen!"


von: @RLS_Klima

Rassismus, denken wir üblicherweise, ist ein Problem individuellen Verhaltens. Es gibt jedoch eine weitere Dimension von Rassismus, die noch perfider ist. Sie ist struktureller Art. Besonders deutlich wurde sie am 5. November am Rande des rheinischen Braunkohletagebaus Hambach. Hier stehen, am Tag vor Beginn des Klimagipfels in Bonn und während schon die Aktivisten von "Ende Gelände" die Grube besetzen, die "Pacific Climate Warriors" vor dem gigantischen Krater, aus dem der Energiekonzern RWE Millionen Tonnen Kohle holt.

Die Männer und Frauen stammen von den Marshall-Inseln, von Tuvalu, Tokelau, Kiribati und den Fidschi-Inseln. Sie nennen sich "Klimakrieger", weil sie nicht Opfer des Klimawandels sein wollen, sondern ihr Überleben, ihre Inseln, ihre Tradition verteidigen. Ihre Losung: "Wir ertrinken nicht, wir kämpfen!" Denn immer stärkere Wirbelstürme machen dort, wo sie herkommen, Menschen obdachlos, der steigende Meeresspiegel versalzt die Ackerböden, der versauernde Pazifik lässt die Korallen und mit ihnen die Fischgründe absterben, Überflutungen nehmen zu. Der Klimawandel vertreibt die Menschen, zerstört die Grundlagen ihrer Existenz, entwurzelt sie.

"So sieht das Ende unserer Inseln aus und das hier ist die Ursache dafür", sagen sie unter Tränen. Am Tagebau, der die Profitinteressen der Energiekonzerne und den Hunger der deutschen Wirtschaft nach billiger Energie befriedigt, zeigt sich, wie Deutschland seine Interessen systematisch über das Überleben des globalen Südens stellt. Dass Deutschland so viel Braunkohle aus der Erde holt wie sonst kein Land auf der Welt, ist nicht bloß das Resultat einer verfehlten und atavistischen Energiepolitik oder die Bremse, die den Ausbau der erneuerbaren Energien hemmt. Das ist auch struktureller Rassismus, denn mittlerweile wird die billige Energie aus Deutschland im vollen Bewusstsein ihrer Folgen verteidigt. In den Worten von Stephan Lessenich: Wir leben nicht über unsere Verhältnisse. Wir leben über die Verhältnisse der Anderen!@

 

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