Für eine autonome Kinderklinik - Spendensammlung für Kinder in Fukushima




für eine autonome Kinderklinik


29.04.2013
Ein aaa-Leser in Japan hat uns einen Kontakt zur Fukushima-Kinderklinik vermittelt:

Spenden bitte an

Spenden-Konto: Empfänger
Fund-raising Committee for Fukushima Clinic

Bank
MIZUHO BANK, LTD.

Branch:
FUKUSHIMA BRANCH

SWIFTCODE:
MHBKJPJT
(ab 1. Juli: MHCBJPJT)

A/C NUMBER:
715-1991275

Addresse des Komittees
84 Aza-Taira, Hashirada, Hobara-machi, Date-shi, Fukushima-ken, Japan, Postcode: 960-0662

Anschrift der Bank
6-20 OKITAMACHO,
FUKUSHIMA-CITY,
FUKUSHIMA-KEN




alternative Bankverbindung:

aaa-Förderverein
Konto Nr.: 46150066
SK Uelzen-Luechow-Dbg
BLZ: 25850110
Verwendungszweck: autonome Kinderklinik
IBAN: DE59 5135 0025 0248 0111 89
BIC: SKGIDE5FXXX





Seit Beginn der Sammlung am 15. Dezember 2012 wurden gespendet:

387,50 Euro
(Stand: 28.01.2013)



Einige Exemplare des Kalenders 2013, mit dem für eine Unterstützung des Vorhabens geworben wird, sind noch erhältlich

  • Für eine autonome
     Kinderklinik in Fukushima

Bei der Zerstörung der Reaktoren in Fukushima wurden radioaktive Substanzen in ungeheurem Ausmaß freigesetzt. Mindestens 15.000 Terabecquerel (TBq) an Cäsium 137 wurden aus dem Atomkraftwerk herausgeschleudert – das ist vergleichbar mit 168 Hiroshima-Bomben. Die Strahlenbelastung ist besonders für Kinder gefährlich, vor allem dann, wenn radioaktive Substanzen direkt im Innerern des Körpers wirken.

Um eine objektive medizinische Versorgung der rund 360.000 Kinder aus der strahlenverseuchten Region zu ermöglichen, sammelt ein internationales Solidaritätskomitee Hilfsgelder. Denn die japanische Regierung hat nicht nur abgelehnt, eine kostenlose medizinische Betreuung für Kinder zu gewährleisten, sondern viele Eltern haben auch mit den bestehenden Spitälern so schlechte Erfahrungen gemacht, dass das Misstrauen groß ist.

Vorbild für die entstehende Einrichtung ist die Koyo Daiichi Klinik in Hiroshima. Das Gesundheitszentrum dort wurde in den 1970er Jahren für die Opfer der zwei Atombomben von Hiroshima und Nagasaki gebaut. Es ist seither auf die Behandlung von Strahlenopfern spezialisiert.

 

Wir bitten um eure Unterstützung und Mithilfe.

Rund 120.000 Bewohner*innen der Präfektur Fukushima wurden nach der Havarie der Reaktoren gezwungen, ihre Häuser zu verlassen, da sie innerhalb einer staatlich angeordneten Evakuierungszone lagen. Darüber hinaus haben sich etwa 60.000 Personen aus eigenem Entschluss in Sicherheit gebracht; sie haben dadurch nicht nur ihr Zuhause aufgegeben, ohne von irgendeiner Seite eine Entschädigung dafür zu bekommen, sondern haben oft auch ihren Lebensunterhalt verloren. Die Entscheidung, die unmittelbare Zone der Gefahr zu verlassen, ist somit für Familien nicht leicht zu treffen.

Und so leben noch immer etwa 360.000 Kinder im engeren Umkreis; ungefähr 75% von ihnen müssen nach wie vor Schulen besuchen, die höhere Strahlungswerte aufweisen als die Werte in den Strahlungsmessgebieten.

Die Kinder sind dort jeden Tag Strahlungen ausgesetzt und müssen in einer extrem kritischen und aufreibenden Situation leben. Hinzu kommen die Ängste und Sorgen der Mütter; Maßnahmen wie die Dekontaminierung der Oberfläche von Schulhöfen und Spielplärtzen werden daran nicht wirklich etwas ändern. Bei Kindern, die aus dem Gebiet rund um Fukushima Daiichi evakuiert worden waren, wurde mittlerweile Cäsium 134 und 137 im Urin nachgewiesen.

Die Strahlenbelastung ist besonders für Kinder gefährlich, vor allem dann, wenn inkorporierte radioaktive Substanzen direkt im Körperinneren wirken. Daher müssten alle Kinder so bald wie möglich aus den verstrahlten Gebieten evakuiert werden.

Doch die japanische Regierung missachtet das Recht der Bewohnerinnen und Bewohner Fukushimas auf Evakuierung, und sie lehnt es ab, Schadenersatz zu zahlen. Die meisten Arbeiter befürchten eine Verstrahlung ihrer Kinder. Aber ihre soziale und ökonomische Lage erlaubt es nicht, Fukushima zu verlassen. Niemand glaubt den Worten des von der Regierung  bezahlten Experten Shunichi Yamashita, Vizepräsident der medizinischen Universität Fukushima, der meint: „Es gibt keine gesundheitlichen Auswirkungen für alle, solange der Strahlungspegel unter 100mSv/y bleibt. … die Effekte der inkorporierten radioaktiven Substanzen auf die menschliche Gesundheit sind zu klein und verursachen keine Schäden.“

Über die Kinder Tschernobyls wird berichtet, dass sie an den unterschiedlichsten, durch Strahlenbelastung ausgelöste Krankheiten leiden, darunter die Vergrößerung der Schilddrüsenknoten, Hormonanomalien, Anämie, Kopfschmerzen, Beeinträchtigung von Herz- und Lungenfunktion, Immunschwäche, beschleunigtes Altern und verschiedene Krebserkrankungen.



Evakuierung
 

Unsere Stimmen werden weltweit verbreitet

Fukushimas Mütter protestierten daher vor dem Bildungsministerium in Tokio, gefolgt von einer Sit-in Kampagne vor dem Wirtschaftsministerium. Wir kämpfen mit ihnen – um das Leben und die Zukunft unserer Kinder zu retten und schützen. Unsere empörten und alarmierten Stimmen hatten ja bereits am 19. September zur Anti-Atom-Kundgebung im Meiji Park in Tokio mit 60.000 Teilnehmern geführt; und unsere Stimmen werden weltweit verbreitet. Kämpfen wir gemeinsam für eine starke Bewegung  um das Leben der Kinder aus Fukushima zu retten! Vor allem benötigen wir dazu eine Klinik – als Grundstein für Gesundheit und Solidarität der Menschen von Fukushima.

Wir haben kein Vertrauen in medizinische Einrichtungen, die unsere Kinder wie menschliche Versuchskaninchen behandeln. Für die Menschen in Fukushima wäre es daher wirklich ermutigend, wenn es bei uns eine nahegelegene zuverlässige Klinik gäbe, die wir aufsuchen könnten, wenn wir eine ernsthafte Frage über unsere Gesundheit stellen wollen: „Ist das eine Auswirkung der Strahlung oder nicht?“

Wir sollten die Priorität daher auf gute medizinische Vorsorge setzen. Dafür bedarf es jedoch eines übergreifenden Ansatzes jenseits des Konzepts der modernen Medizin. Wir wollen eine  Klinik gründen, die nicht nur eine medizinische Anstalt ist, sondern ein umfassendes Gesundheitszentrum mit einer Alternativmedizin, die sich die natürlichen Heilungskräfte der menschlichen Natur nutzbar macht. Das heißt, für uns ist die „Revolution des Alltags“ ein wesentlicher Bestandteil unserer Klinik, sei es um Anregungen für Speisen zu geben, die vor Radioaktivität schützen, sei es, um unsere Lebensweise zu hinterfragen.

Es ist keine leichte Aufgabe, eine solche medizinische Betreuungseinrichtung aufzubauen.  Aber mit gemeinsamer Anstrengung mithilfe unserer Freunde weltweit werden wir unser ehrgeiziges Vorhaben sicherlich schaffen.



Evakuierung
 

Ein autonomes Spital in Hiroshima ist Vorbild

Tatsächlich haben auch die A-Bombenopfer von Hiroshima und Nagasaki mutige Handlungen gesetzt und ihre Stimme erhoben: „Gebt mir die Menschen zurück!1“, um ihr Leben zu  bewahren und die medizinische Versorgung unter ihre Kontrolle zu bringen.

Die Klinik Koyo Daiichi in Hiroshima City ist ein Ergebnis davon: Sie entstand, als im Jahr 1970 der Reihe nach 20-jährige Frauen und Männer – die zweite Generation der A-Bomben Opfer – an Leukämie erkrankten. Und obwohl sie zutiefst bestürzt waren über ihre Krankheit, gründeten sie eine Bewegung, um ein selbstverwaltetes Spital aufzubauen. 1972 war es soweit: das zweistöckige Fertigteilhaus, das die  Koyo Daiichi Clinic beherbergt, wurde errichtet.

Für den kürzlich verstorbenen Nobuko Konishi, Mitglied des japanischen Verbands der  Organisationen von A- und H-Bombenopfern, die gemeinsam die Bewegung trugen, war die Koyo Daiichi Klinik das „Fenster zur Seele der A-Bombenopfer“. Und der Schriftsteller Kenzaburo Oe, Unterstützer dieser Bewegung, schrieb damals: „ [In dieser Klinik] gab es offenbar eine Vermischung von Praxis, Lehre und festem Willen zu überleben“. Die Koyo Daiichi Klinik ist seither der Eckpfeiler der zweiten Hiroshima-Generation, 40 Jahre zu überleben.

 

Die medizinische Versorgung zurück in unsere Hände bekommen!

Damit die Opfer von Fukushima ebenfalls durchhalten, ist auch dort dringend eine eigene  medizinische Versorgungeinrichtung nötig. Wir bitten daher alle Menschen einschließlich Ärzte und medizinischer Arbeitskräfte aufrichtig, sich mit uns  zusammenzuschließen, um dieses Projekt zu verwirklichen!

Kinder erschaffen die Zukunft. Kinder dürfen nicht in Sorge um Strahlenbelastungen leben. Wir wünschen uns wirklich eine zuverlässige Klinik, in der wir uns angstfrei und mit den Ärzten,  die wir wollen, treffen können. Dies ist ein Kampf, unser Leben durch Einheit und Solidarität  von uns allen zu verteidigen und die medizinische Versorgung zurück in unsere Hände zu bekommen. Und es ist eine Bewegung für das Ende aller Atomkraftwerke und für eine Gesellschaft ohne jede Nutzung atomarer Mittel.

Wir rufen alle unsere Freundinnen und Freunde weltweit auf, uns zu unterstützen und mit uns daran zu arbeiten, eine Klinik aufzubauen, die Leben rettet und die sich um die Gesundheit der 360.000 Kinder aus Fukushima kümmert. Danke.

 

We are people calling to set up clinics
 
Seino, Kazuhiko
Teachers Union Fukushima, former chairperson
●Sato, Sachiko
Chairperson of non-profitable organization
●Shina, Chieko
Activist of Occupation Camp in Tokyo
●Hashimoto, Koichi
National Union Koriyama branch, chairperson
●Ichikawa, Junko
Fukushima Union Coalition, chairperson
●Suzuki, Koichiro
Farmer/Yui Networking
●Sasaki, Nobuo
Professor of Sakuranoseibo College
●Watanabe, Kaoru
Prefecture Union of Fukushima, chairperson
 
●Yoshida, Ryojun
Hiroshima Koyo clinic, doctor
●Sugii, Yoshihiko
Honcho clinic, doctor
●Matsue, Hiroto
Cancer Treatment Center, president
●Yoshiomto, Tetsuro
Kumatecho clinic, doctor
●Suemitsu, Michimasa
Yaokita hospital, doctor/Yao-city Parliament member
●Fuse, Yukihiko

Tatebayashi Kosei hospital, doctor

 

http://www.clinic-fukushima.jp/

 
 

Das bereits gespendete Geld reicht noch lange nicht für eine Klinik. Trotzdem wollten die engagierten Menschen schon mal anfangen. Am 23. November wurde die  medizinische Beratungsstation eröffnet. Seit 1. Dezember  finden dort  erste Untersuchungen und Beratungen statt.