Noch bis zum 19. Dezember 2009 sammelt die "Morsleben-Kampagne" weltweit Einwendungen gegen die Schließung des Atommüllagers Morsleben nach Plänen des BfS. Vordrucke für Sammeleinwendungen gibt es unter
externer Link morsleben-kampagne.de

Morsleben was geht uns das an?

von Silke für die Morsleben-Kampagne

    Morsleben wurde von der DDR
    als Endlager bestimmt
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Ähnlich wie in der Bundesrepublik hielten scheinbar auch die Wissenschaftler der DDR in den 60er Jahren Salz - wegen seiner "guten Fließeigenschaften" - als Wirtsgestein für Atommüll für die optimale Lösung. Heute wissen wir, insbesondere nach den Erfahrungen mit der Asse II, dass dies ein Irrweg war. Ein Blick auf die Landkarte der Atommülllager lässt vielmehr den Schluss zu, dass es bei der Standortwahl um einen politischen Rache-Akt gegen den ehemaligen "Klassenfeind" ging: Morsleben liegt nur 3 Kilometer von der ehemaligen innerdeutschen Grenze entfernt und entwässert über das Allertal nach Südostniedersachsen.

Foto: Volker Möll. PubliXviewinG
Foto: Volker Möll. PubliXviewinG

    Morsleben ist nach dem
    deutschen Atomgesetz
    nicht genehmigungsfähig

Mit der Wiedervereinigung fiel die Anlage am 03.10.1990 unter das bundesdeutsche Atomrecht und die geltende Strahlenschutzverordnung. Die Gruppe Ökologie erstellte im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad bereits 1991 eine Schwachstellenanalyse, die zum Ergebnis hatte, dass das ehemalige Salzbergwerk auf Grund der Instabilität, des hohen Durchbauungsgrades und der Laugenzutritte nicht zur weiteren Nutzung zur Verfügung stehen dürfe. Dem zu Folge hätte man Morsleben sofort schließen müssen.

Über alle Bedenken setzte sich die damalige Bundesumweltministerin Angela Merkel hinweg und erteilte dem Land Sachsen-Anhalt eine Weisung zur weiteren Einlagerung von Atommüll. Während die DDR in den Betriebsjahren 1971-1989 rund 14.000 Kubikmeter nach Morsleben gebracht hatte, schaffte es die Bundesrepublik in nur 4 Jahren auf gut 22.000 Kubikmeterm, bis ein Gerichtsurteil 1998 jede weitere Einlagerung untersagte.


    Morsleben ist Zwischenlager
    für atomare Abfälle

Für einen Teil der eingelagerten Atomabfälle gab und gibt es keine Endlager-Genehmigung, sondern nur Teilgenehmigungen für rückholbare Einlagerungen, Zustimmungen zum "Probebetrieb", für "Industrieversuche" und für die Zwischenlagerung. Wenn die Anlage jetzt nach den Plänen des BfS stillgelegt und mit Beton verfüllt wird, wird Morsleben per Planfeststellungsbeschluss im wahrsten Sinn des Wortes zum Endlager "zementiert".

Auch rückholbare Abfälle, wie einzelne Strahlenquellen und ein Radium-Fass - die zusammen insgesamt 80% des radioaktiven Strahlung ausmachen - sollen laut Plänen des BfS im Berg verbleiben und sich selbst und der Nachwelt überlassen werden. Eine Umgebungsüberwachung ist im Stillegungskonzept derzeit nicht vorgesehen.


    Morsleben soll über 10 Jahre
    nach der letzten Einlagerung
    stillgelegt werden

Stilllegungskonzept - das hört sich zunächst vernünftig an, doch statt unter Tage ordentlich aufzuräumen, möchte das BfS hier die Probleme wohl lieber für immer unter den Teppich kehren? "Der unabdingbare Langzeitsicherheitsnachweis ist bis heute nicht erbracht, soll jetzt aber vom Bundesamt für Strahlenschutz "erzeugt" werden". 1)

Das Konzept besteht derzeit lediglich darin, die "Fehler" der Vergangenheit zu zementieren und das Bergwerk zuzuschütten. Das dürfen wir nicht dulden!

Derzeit gibt es die Möglichkeit, mit einer schriftlichen Einwendung oder einer unterschriebenen Sammeleinwendung das Umweltministerium in Sachsen-Anhalt aufzufordern, das Schließungskonzept des BfS nicht zu akzeptieren. Je mehr Menschen sich beteiligen, desto größer ist der politische Druck in der Öffentlichkeit.

Beteiligt Euch an der Einwendungskampagne und zeigt den Verantwortllichen in Politik und Ämtern, dass sie mit ihren Scheinlösungen nicht durchkommen!

1) Zitat: Dr. Michael Hoffmann (BfS)
bei einer Info-Veranstaltung im Helmstedt "Quellenhof" am 23.10.2009

 

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