08.08.2014 - von Dietrich Antelmann

"Folgenden Link möchte ich Euch zur freundlichen Kenntnis gerne weiter geben:
  externer Link helmholtz.de/artikel/ein-erster-schritt-auf-dem-weg-zur-zuendung-2299/
Er beleuchtet den militärischen Hintergrund der Fusionsforschung."


Warum wird die laserinduzierte Fusionsforschung
dann so intensiv betrieben?


Diese Forschung hat auch eine militärische Komponente. Die Kapseln sind so etwas wie Modelle für kleine Wasserstoffbomben. Das ist auch kein Geheimnis. Dieser Hintergrund macht es verständlich, dass in diese Forschung auch beträchtliche finanzielle Mittel aus dem Militärbereich fließen.

Nach den von Roland Kollert verfassten VDW-Materialien (Vereinigung Deutscher Wissenschaftler) "Atomtechnik als Instrument westdeutscher Nachkriegs-Außenpolitik" hat C.F.v. Weizsäcker bereits 1957 deutlich gemacht, dass "gesicherte Erfahrungen" vorliegen wonach "ein Fusionsreaktor für friedliche Zwecke nicht hergestellt werden könne", sondern allenfalls "im militärischen Bereich nutzbar gemacht werden" kann.

Von Anfang an bis zum heutigen Tag wird mit dem inzwischen rissig gewordenen Berliner Experimentierreaktor u. a. Fusionsforschung betrieben. Eine gemeinwohlverträgliche Forschung braucht hingegen keinen Forschungsreaktor.

Nach der Abhandlung von Gert Blumenthal "Kernfusionsenergie: Der gefährliche Weg zu einem fragwürdigen Ziel" im Strahlentelex vom 5.2.2009  (1)  würde wegen der Komplexität der wissenschaftlichen und technischen Problemstellung, wenn überhaupt, frühestens 2050 ein Fusionsreaktor zur Verfügung stehen. Zu spät, um einen Beitrag zur Minderung der Treibhausgasemissionen zu leisten. Aber nicht zu spät, um das dann für die Waffenproduktion ausgehende Uran zu ersetzen. Fusionsreaktoren können auch als Brüter für Spaltmaterial zu Rüstungszwecken dienen. Ein weiterer Grund, warum neben der Verpflichtung zur Aufrüstung die weitere Förderung und Subventionierung der Atomtechnologie im Vertrag von Lissabon für alle 27 Mitgliedstaaten festgeschrieben wurde.

In diesem Zusammenhang sei an einem Unfall im Geesthachter Kernforschungszentrum der Gesellschaft zur Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schiffahrt (GKSS) erinnert.

Lt. Strahlentelex vom 4.1.2007 "Die Elbmarschleukämien - Stationen einer Aufklärung"  (2)  ist die weltweit einmalige Häufung von Blutkrebs in dieser Region auf ein missglücktes Experiment zurückzuführen, bei dem die Prinzipien der Kernspaltung und der Kernfusion kombiniert werden sollten, um eine Effizienzsteigerung zu erzielen und gleichzeitig neues spaltbares Material zu erbrüten. Als Unfalltag wurde der 12. 9. 1986 ermittelt, ein Tag an dem eine stark erhöhte Umweltradioaktivität festgestellt wurde. Nach Auskunft der Aufsichtsbehörde habe es sich um wetterbedingt gestautes Radon gehandelt. Analysen von Dachstaub und Bodenproben ergaben jedoch den Nachweis von Plutonium und Kernbrennstoff in Kugelform. Nähere Einzelheiten zum Unfallhergang ließen sich nicht ermitteln. Als die Bevölkerung dem Unfallereignis auf der Spur war, brannte am 1.9.1991 das Büro der Feuerwehr aus. Alle Akten über den nuklearen Unfall sind dabei vernichtet worden.

In der Ausgabe "Krise (Krieg.) / Atomenergie im internationalen Machtpoker" vom Juni 2009 führt "anti-atom-aktuell" (aaa-Nr. 199), die Zeitung für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen, aus, dass eine europäische Atombewaffnung mit deutscher Beteiligung im Gespräch ist. Als potenzielle Atommacht ist Deutschland kraft seiner Infrastruktur in der Lage, innerhalb weniger Monate atomar aufzurüsten. Mit diesen Möglichkeiten im Rücken setzt Deutschland wieder auf die militärische Karte.




(1) Strahlentelex vom 5.2.2009
Gert Blumenthal "Kernfusionsenergie: Der gefährliche Weg zu einem fragwürdigen Ziel":
externer Link strahlentelex.de/Stx_09_530_S01-07.pdf - PDF

(2) Strahlentelex vom 4.1.2007
"Die Elbmarschleukämien - Stationen einer Aufklärung":
externer Link strahlentelex.de/Stx_07_480_S01-08.pdf - PDF
 

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