externer Link Blogeintrag 23.05.2014 - Franz
Atommüll-Vermehrungs-Kommission

Es begab sich zu einer Zeit, als nicht mehr zu verbergen war, dass es für die Atommüllberge keine Lösung gibt. Also wurde beschlossen, so zu tun, als arbeite man an einer Lösung. Vor allen sollten die Menschen glauben, diese Lösung sei greifbar.

Denn nur so, das war der Plan, würden die Menschen den Weiterbetrieb der AKWs schlucken. Diese AKWs verschlimmerten ja Tag für Tag das Atommüll-Desaster, deshalb durfte nicht geschehen, dass die Menschen eine Verbindung zwischen AKW-Betrieb und Atommüll-Wahnsinn herstellten. Diese Bürger waren doch wegen des täglichen Katastrophenrisikos ohnehin schon viel zu kritisch gegen Atom eingestellt.

So fassten einige kluge Menschen, etwas König Winhelm vom Lande BaWü, den Plan, ein neues Gesetz, eine neue Behörde und schließlich eine neue Kommission zu beschließen. König Winhelm war es zwar etwas peinlich, selbst über eine Handvoll AKWs zu herrschen, die ihm wie Kuckuckseier zugefallen waren. Nun aber war es, so sein schwäbisches Gemüt, vielleicht doch lukrativer die AKWs noch lange weiter laufen zu lassen, statt sie ängstlich abzuschalten. Also brauchte es die Atommüll-Show als Ablenkung.

Gesetz und Behörde zuerst zu beschließen, bevor die offiziell dafür zuständige Kommission eingerichtet war, das war der eine Teil des Plans. Dass überwiegend für die Atomwirtschaft verdiente Mitglieder in die Kommission gesetzt wurden, das war der zweite Teil des Plans. Parteienvertreter waren offiziell nicht stimmberechtigt, das sollte Vertrauen schaffen, zum Glück wurden aber viele der angeblich unabhängigen Sitze doch erfolgreich mit Parteigängern besetzt, das war Teil drei. Selbstverständlich sollte die Antiatom-Bewegung als Störfaktor draußen bleiben. Deshalb, so Teil 4 des Plans, wurden zwei Feigenblatt-Sitze den Naturschutzverbänden angeboten.

Die Antiatom-Bewegung verzichtete und die Erwartung erfüllte sich, dass sich tatsächlich zwei Männer anboten, der Antiatom-Bewegung eine lange Nase zu drehen und sich als legitime Vertreter des Naturschutzes darzustellen. So konnte der Filz aus Politik und Atomwirtschaft jederzeit sagen:

    "Schaut, wie demokratisch und transparent wir sind. Sogar die atomkritischen Leute dürfen etwas sagen, wenn sie auch regelmäßig überstimmt werden, aber das ist ja auch extra so eingerichtet. Die werden sich schon noch mit den Gepflogenheiten arrangieren."
Tatsächlich hatten sich sogar 3 Männer für auserwählt gehalten, aber die Politik hatte sich davon die zwei ihr genehmsten ausgesucht. Pech für den dritten. Der zweite hatte dagegen schon vorab von König Winhelm den Landespreis erhalten, das verpflichtet.

Ja, das sind unsere beiden Helden: Herr Brunsmeier und Herr Sommer. Auch wenn sie schon in den Fangleinen des schwarz-rot-grünen Atomfilzes hängen, auch wenn sie allzu leicht auf dem Kriecherschleim ausrutschen könnten, unverzagt und ungefragt kämpfen sie weiter für die Rettung des Atommülls. Und so richtig macht das erst Spaß, wenn jeden Tag noch etwas mehr Strahlemüll hinzu kommt.

Leider haben die eines vergessen: wer Scheinlösungen sät, wird echte Probleme ernten. Und wer dem Atombonzen Verantwortung abnimmt, braucht sich über längere Laufzeiten nicht zu wundern.

Die Antiatom-Bewegung sagt fast einhellig:

Nicht in unserem Namen!

 

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