07.05.2014 - Pressemitteilung - Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen

Atomforschung in Jülich geht weiter:
Hochtemperaturreaktoren und Uranzentrifugen


Atomkraftgegner fordern sofortigen Stopp dieser Atomforschungen
sowohl im FZJ als auch bei ETC


Nach dem erschreckenden Expertenbericht über die Störfälle des Jülicher Kugelhaufenreaktors muss nach Ansicht des Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen endlich die Forschung zu Gunsten der Atomindustrie in Jülich aufgegeben werden.

In Jülich ist nicht nur das Forschungszentrum (FZJ), sondern auch die Firma ETC (Enrichment Technologiy Company), ein Joint Venture der Firmen Urenco und Areva, ansässig. Diese Firma erforscht und baut die Gaszentrifugen für den Urananreicherer Urenco, der unter anderem die Urananreicherungsanlage Gronau betreibt. Mit diesen wird das Uran für den Betrieb in AKW angereichert, gleichzeitig gilt diese Technologie als Schlüssel zur Atombombenherstellung. Damit konterkariert das in Jülich ansässige Unternehmen nicht nur den angeblichen Atomausstieg, sondern steigert durch technische Entwicklungen die Gefahr der Verbreitung von Atomwaffen.

Nach Einschätzung der Atomkraftgegner dienen die Forschungen der Firma ETC und des Forschungszentrums Jülich nicht der Verbesserung der Sicherheit, sondern der Weiterentwicklung und dem Weiterverkauf der Atomtechnologie in aller Welt. „Versuche die atomare Forschung und Weiterentwicklung zu unterbinden gibt es offenbar keine – weder was das Privatunternehmen ETC, noch das staatliche Forschungszentrum Jülich angeht" so Willi Hesters vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. „Diesen Vorwurf muss sich sowohl die Düsseldorfer Atomaufsicht in Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium, als auch die Bundesregierung als 90% Anteilseigner des FZJ gefallen lassen". ETC ist ein führendes Unternehmen am Weltmarkt und der Urenco-Konzern baute jüngst die Urananreicherungsanlagen in Almelo und Gronau aus, sowie eine neue Anlage in New Mexico auf.

Ebenso sind weltweit keine Hochtemperaturreaktoren mehr in Betrieb, da sich die Technologie seit den Störfällen in Jülich und Hamm nicht durchsetzen konnte. Da ist es wenig glaubhaft, dass die Forschung der Verbesserung der Sicherheit diene. Für die Forschung an Kugelhaufenreaktoren ist Prof. Hans-Josef Allelein als Dozent der RWTH Aachen und Mitarbeiter des FZJ zuständig. Sein Vertrag am Forschungszentrum Jülich wurde 2013 um weiter 5 Jahre bis zu seiner Pensionierung verlängert – offenbar mit Zustimmung der rot-grünen Landesvertretung, die die anderen 10% der Anteile am FZJ hält. Dabei ist bekannt, dass Prof. Allelein sich nicht nur auf Sicherheitsaspekte beschränkt. Auf seiner Homepage an der RWTH Aachen ist nachzulesen, dass es bei seiner Forschung nicht nur um Sicherheitsaspekte geht: „Die zugehörige Abteilung "Reaktortheorie" beschäftigt sich mit der Entwicklung und Anwendung von Computerprogrammen zur Simulation von Hochtemperatur- und Leichtwasserreaktoren (HTR und LWR). Die Arbeiten umfassen sowohl Fragen des regulären Betriebes als auch Untersuchungen zu Auslegungsstörfällen und auslegungsüberschreitenden Störfallszenarien." [*]

Ebenso gab er in der WDR-Sendung Markt [**] zu, dass er die Hochtemperaturreaktoren weiterentwickeln will.



[*]     externer Link http://www.lrst.rwth-aachen.de/?/de/Forschung//Reaktorphysik
[**]    externer Link https://www1.wdr.de/fernsehen/ratgeber/markt/sendungen/atomforschung101.html
 

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