6. Russisches anti-Atom Camp

von Ecodefense (Übersetzung aaa)

Vom 4. bis 11. August findet in der Nähe von Ekaterinburg das 6. russische anti-Atom Camp statt. Ekaterinburg ist die drittgrößte Stadt Russlands, umgeben von mehreren gefährlichen Atomanlagen: das AKW Beloyarsk mit dem einzigen Schnellen Brüter in Russland, die Urananreicherungsanlage Novouralsk und schließlich der bekannten Wiederaufarbeitungsanlage Mayak, die weniger als 200km entfernt liegt. Ecodefense lädt UmweltaktivistInnen und andere Nichtregierungsorganisationen dazu ein, an dem Camp teilzunehmen.

Das Programm beinhaltet Seminare und Aktionstraining zum Thema „Import von radioaktivem Müll nach Russland und der Gefährdung durch Atomtransporte, Vermittlung von Information über die Gefahren der Atomtechnologie, Widerstand und Formen von gewaltfreiem Protest, etc.. Ebenso ist ein Strategie-Seminar für Umweltgruppen geplant, um gemeinsam verschiedene anti-Atom-Aktivitäten zu entwickeln .Anti-Atom Proteste können in den Städten in der Nähe des Camps organisiert werden.


Hauptthema:

Es gibt keine sichere Technologie für die Lagerung von radioaktivem Müll weltweit. Die Atomindustrie muß für ihren Müll Verantwortung übernehmen. Wenn sie das nicht kann, muß sie stillgelegt werden. Atommüll darf nicht über die Grenze verschoben werden – das ist zynisch und unverantwortlich und hinterläßt den zukünftigen Generationen ein großes nicht kalkulierbares Problem. Die russische anti-Atom Kampagne ist gegen eine Verschiebung von Atommüll, irgendwohin, in ein ärmeres Land. Sie will verhindern, dass die Atomindustrie weltweit in Russland oder anderswo ihren Atommüll entsorgen will. Sie fordert, dass die Atomindustrie gezwungen wird, in die Erforschung der Lagerung von Atommüll zu investieren.


1.Import von abgebrannten Brennelementen

Die russische Atomindustrie importiert jährlich hochradioaktiven Atommüll (abgebrannte Brennelemente). Russland ist das einzige Land weltweit, das abgebrannte Bennelemente importiert, um es im eignen Land zu lagern. Die russische Atomindustrie argumentiert, dass dieser Import viel Profit bringt und dass er sicher ist für die Umwelt. Gleichzeitig gibt es keine sichere Technologie für eine Endlagerung von Atommüll. So wird der Müll in schlecht bewachten und undichten Lagern abgestellt und stellt eine immense Gefahr für Menschen und Umwelt dar.

Ausländischer hochradioaktiver Müll wird in der Atomanlage Mayak in der Nähe vonChelyabinsk und in GHK in der Nähe vonKrasnoyarsk gelagert. Beide Anlagen tragen sich finanziell nicht und werden zu mindestens 50% vom Staat subventioniert. Mayak betreibt eine Wiederaufarbeitung der abgebrannten Brennstäbe und kippt den flüssigen radioaktiven Abfall, der dabeientsteht, in den nahen Fluß. Das ist ein ungeheuer dreckiges Geschäft, das jährlich Tausende vonTonnen radioaktive Verseuchung jedes Jahr erzeugt.

2001 erlaubte die russische Regierung der Atomindustrie, hochradioaktiven Müll zu importieren, obwohl fast 90 Prozent der russischen Bürger dagegen waren. Der anti-Atomkraft Bewegung und anderen politischen Problemen ist es zu verdanken, dass bisher nur wenig abgebrannte Brennstäbe importiert werden. Aber das kann sich schnell ändern, wenn die Bewegung still wäre.


2. Wiederanreicherung von abgereichertem Uran

Die andere Art, radioaktiven Müll zu importieren, ist die Wiederanreicherung von abgereichertem Uran. Jedes Jahr nehmen die russischen Anlagen bis zu 10 000 Tonnen abgereichertes Uran an, meist aus Westeuropa. Dieser radioaktive Abfall soll in russischen Anlagen wiederangereichert werden. Das angereicherte Uran geht dann wieder zurück nach Europa, und ein großer Teil von radioaktivem Abfall, der dabei entsteht, bleibt in Russland und soll dort endgelagert werden. Diese Aktivität der Atomindustrie ist in Rußland zum großen Teil unbekannt, obwohl Wiederanreicherung in Novouralsk (in der Nähe von Ekaterinburg), in Seversk (in der Nähe von Tomsk) und Angarsk (in der Nähe von Irkutsk) stattfindet. Wiederanreicherung von 10 000 Tonnen bringt 9 000 Tonnen neuen radioaktiven Müll hervor. So wird Russland zur Atommülldeponie für internationale Atomfirmen, z.B. URENCO, die ihr abgereichertes Uran auch in Europa wiederanreichern könnten. Aber das wäre teurer als das abgereicherte Uran nach Russland zu schicken.

Menschen, die zum anti-Atom Camp kommen, können sich einbringen in die anti-Atom Bewegung und beitragen zum Kampf gegen den Import von Atommüll.

Wer Interesse an dem Camp hat, möchte bitte Kontakt mit der Vorbereitungsgruppe aufnehmen und sich ein Anmeldeformular zuschicken lassen. Bis spätestens 10 Juli soll der Anmeldebogen losgeschickt sein.@

Ecodefense
phone +7(095) 7766281, (903)2997584
ecodefense@online.ru
ecodefense@gmail.com
antiatom.ru
Auf Euch!


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