Einladung

Wann kommt der Castor?
Das Castor-Orakel schweigt - noch


Seit die Menschen angefangen haben, über Atomtransporte zu sprechen, stellen sie sich Jahr für Jahr immer neu die gleiche Frage: wann fährt der Castor los? Um dieses wiederkehrende Rätsel zu lösen, entstand vor einiger Zeit der Brauch, das Tag-X-Orakel zu befragen:

Alle zogen sich ihre besten Sachen an: die Schulferienplanerinnen der Bundesländer, die Manager der Fußball-Bundesliga, die Leute vom Gaststätten- und Freizeitgewerbe, die Gewerkschaft der Polizei, die Oberen aus den Parteien, die Schlauen von der Gesamteinsatzleitung, sie alle machten sich auf den Weg zum Orakel und trugen ihre Anliegen vor: Wetter, Ferien, Wahlen, Überstunden, Strategien. Das Orakel hörte sich alles an, erwog es unter seinem Herzen und sagte dann: der Castor fährt am 10. November los - beispielsweise im Jahr 2003. Und so wurde es dann gemacht.

In diesem Jahr läßt es mit seinen Spruch auf sich warten. (Vermutlich kommt das daher, daß auch die Bewegung so beharrlich schweigt.) Deshalb können wir an dieser Stelle nur aufschreiben, was wir unter unseren Herzen bewegt haben: Am 6. November gegen 21 Uhr verließe der Zug Valognes; am 7. (was in Dannenberg der Kartoffelsonntag ist) überquerte er mittags die Grenze und träfe in den frühen Morgenstunden in Lüneburg ein. Noch bevor die Leute sich den Schlaf aus den Augen gerieben haben, rauschte der Transport durch die Göhrde; Montag abend wäre der Dreck im Kasten.

Alles im Konjunktiv (irrealis): falls niemand dazwischen käme. Am 5. gehts los!

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Ende