Nr. 131
Herrschafts-Zeiten Schacht Konrad

aaa Nr. 131

Juli 2002
Preis: 3,00 EUR

 
 
 
 

Inhaltsverzeichnis

  • aaa-uftakt

    Also sagen wir mal als Beispiel: sechs Leute nehmen sich vor, zusammen eine Broschüre zu machen. Im Rahmen politischer Arbeit wie in der anti-Atom-Bewegung ist das ja nichts Ungewöhnliches. Auch die Art der Gruppe ist nichts Besonderes: Jüngere, Ältere, Männer, Frauen, relative Neulinge, Geübte. Abgesehen davon, daß die Broschüre fertig werden soll, müssen die sechs Leute miteinander zurechtkommen.

    Das grobe Thema ist noch leicht festzulegen: hierarchische Strukturen in politisch arbeitenden Gruppen und emanzipatorische Perspektive - oder so in der Art. Aber was heißt das für die Broschüre? Wer liest was, wer begeistert sich beim Lesen für was und warum? Völlig unterschiedliche Vorerfahrungen mit Gruppensituationen kommen zum Tragen; Männer äußern sich anders als Frauen. Oder reden Junge anders als Alte? Und wieder: was heißt das für die Broschüre? In einem Artikel steckt unheimlich viel drin warum kommt es nicht raus? Was heißt eigentlich zu lang? Und Dein Text mit dreieinhalb Seiten etwa nicht? Sechs Leute wollen miteinander zurechtkommen; abgesehen davon soll die Broschüre fertig werden.

    Die statistische Durchschnitts-aaa-bonnentin hat bereits 42,7 aaa-uftakte gelesen und ahnt aus Erfahrung, daß das Beispiel, wenn es im Editorial in dieser Art ausgebreitet wird, vermutlich nicht völlig aus der Luft gegriffen ist. Richtig: mit der vorliegenden Ausgabe hat die aaa-Redaktion einen Theorie-Praxis-Test im Umgang mit hierarchischen Strukturen in einer politischen Gruppe fortschrittlichen Anspruchs absolviert. Mit welchen Ergebnissen?

    Ein Ergebnis liegt auf der Hand: Die Broschüre ist fertig geworden. Wie weit es gelingt, aus Unterschieden gleichberechtigtes Arbeiten zu entwickeln, entscheidet über das andere: wie gut wir miteinander zurechtkommen - wir arbeiten daran, falls das jetzt jemand wissen will.

    Genau dazu will der Themenschwerpunkt anregen.

    ciaaao