16.06.2011 BBU-Pressemitteilung:

BBU erwartet von NRW-Landesregierung konkreten und sofortigen Ausstieg aus der Urananreicherung / Auch Brennelementefabrik Lingen muss stillgelegt werden

Umweltverbände, Bürgerinitiativen und verschiedene Parteigliederungen rufen für den 3. Juli 2011 zur Teilnahme an einer Kundgebung an der Urananreicherungsanlage auf, 13.00 Uhr, Röntgenstraße 4.
Informationen dazu unter externer Link www.aku-gronau.de

(Berlin, Düsseldorf, Gronau, Lingen, 16.06.2011) Im Vorfeld der Bundesratssitzung am Freitag (17. Juni) hat der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) die Aufnahme der Gronauer Urananreicherungsanlage in das "Ausstiegspaket" gefordert. Der BBU und seine örtliche Mitgliedsinitiative, der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau beziehen sich dabei aktuell auf den NRW-Umweltminister Remmel. Minister Remmel hat sich in den letzten Tagen auch für die Stilllegung der Gronauer Uranfabrik ausgesprochen, ohne aber einen Zeitplan zu benennen.

Der BBU betont, dass nur ein Bruchteil des in Gronau angereicherten Urans für deutsche Atomkraftwerke genutzt wird. Demzufolge könnte der Ausbaubereich der Anlage, der noch unter der alten rot-grünen Landesregierung 2005 genehmigt worden war, ohne Auswirkungen auf deutsche Atomkraftwerke sofort wieder stillgelegt werden. In Gronau kann jetzt jährlich nuklearer Brennstoff für ca. 35 Atomkraftwerke produziert werden. Somit versorgt die Gronauer Urananreicherungsanlage vorrangig Atomkraftwerke in aller Welt mit angereichertem Uran. Diese Überproduktion für die internationale Atomindustrie bezeichnet der BBU als völlig absurd. Die neue Landesregierung in Düsseldorf propagiert den Atomausstieg und sieht tatenlos zu, wie Uran aus Gronau den Betrieb von Atomkraftwerken in zahlreichen Ländern dieser Welt garantiert. Doch die Anti-Atomkraftbewegung fordert nicht nur die Stilllegung der neuen Urananreicherungsanlage. Bürgerinitiativen und Umweltverbände fordern grundlegend die sofortige Stilllegung der kompletten Uranproduktion in Gronau. "Die Urananreicherungsanlage ist nicht gegen Flugzeugabstürze gesichert, das Freilager mit Uranhexafluorid neben der Anlage auch nicht. Das kann die Landesregierung nicht länger ignorieren. Sie muss alle Betriebsgenehmigungen sofort aufheben", fordern BBU und AKU Gronau.

Auch in Gronau: Fehlendes Entsorgungskonzept

Nach Auffassung der Bürgerinitiativen ist auch das fehlende Entsorgungskonzept ein Grund, der zur sofortigen Aufhebung aller Betriebsgenehmigungen bei der Urananreicherungsanlage führen muss. Noch in diesem Jahr soll in Gronau mit dem Bau eines sogenannten Zwischenlagers begonnen werden, in dem 60.000 Tonnen Uranoxid, also Uranmüll, gelagert werden sollen. Udo Buchholz, Vorstandsmitglied des BBU, kritisiert: "Damit soll in NRW eine weitere Atomanlage gebaut werden, obwohl weit und breit kein sicheres Endlager in Sicht ist. Genehmigt wurde das Uran-Lager bereits 2005 von der damaligen rot-grünen Landsregierung. Die derzeitige Landesregierung in Düsseldorf lehnt Atomanlagen ab. Sie muss dafür Sorge tragen, dass das Lager nicht gebaut wird."

Der BBU fordert generell die sofortige und endgültige Stilllegung aller Atomanlagen. Einen Weiterbetrieb von Atomkraftwerken bis etwa 2022 lehnt der Verband ab. Grundlegend fordert der BBU auch die sofortige Stilllegung der Brennelementefabrik im emsländischen Lingen. Auch diese Anlage wurde bislang in der Berliner Atomausstiegs-Debatte völlig ausgeklammert.

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